Erfolgreich beim „IRONMAN 70.3 Knokke-Heist“

Für zwei Athleten der „MANNschaft“ ging beim „IRONMAN 70.3 Knokke-Heist“ eine besondere Herausforderung über die Mitteldistanz erfolgreich zu Ende. Niklas Schütz und Carina Felten stellten sich den 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und 21,1 Kilometern Laufen an der belgischen Nordseeküste.

Carina auf dem Rad.

Die Gastgeberstadt Knokke-Heist, die aufgrund ihres exklusiven und mondänen Flairs von manchen auch als „Monaco Belgiens“ bezeichnet wird, bot dabei eine außergewöhnliche Kulisse. Ausgetragen wurde der „Ironman“ allerdings auch grenzüberschreitend: Geschwommen wurde nämlich zunächst in der historischen niederländischen Festungsstadt Sluis, direkt im Kanal „Damse Vaart“.

Die anschließende Radstrecke führte Niklas, Carina und ihre Mitstreiter durch die Niederlande, über die belgische Grenze zurück nach Knokke-Heist. Vor allem der Wind auf der 90 Kilometer langen Route verlangte den Athleten dabei einiges ab. Wieder in der Austragungsstadt angekommen, wurde der Halbmarathon dann entlang der Nordseepromenade des eleganten Badeortes gelaufen.

Auch Niklas nahm die 90 Kilometer unter die Räder.

Für Niklas Schütz war der Wettkampf zugleich der Abschluss einer ganz besonderen Triathlonsaison. Nach seinem Debüt beim „IRONMAN Frankfurt“ im Juni, bei dem die Langdistanz in diesem Jahr aufgrund extremer Hitze auf einen Halbmarathon reduziert werden musste, bildete der Start in Knokke-Heist seinen letzten Triathlon-Wettkampf des Jahres. Die vollständige Langdistanz bleibt für das Mitglied der „MANNschaft“ damit weiterhin ein offenes Ziel für die kommende Saison.

Beim „IRONMAN 70.3 Knokke-Heist“ absolvierte Niklas die Schwimmstrecke in 45:06 Minuten, benötigte 2:40:55 Stunden für den 90 Kilometer langen Kurs auf dem Rad und lief den abschließenden Halbmarathon in 1:55:31 Stunden. Nach insgesamt 5:34:48 Stunden erreichte er das Ziel. Damit belegte Niklas Rang 1.023 im Gesamtklassement, Platz 930 der Männer und Rang 210 in der Altersklasse M30-34.

Für Carina Felten war der Wettkampf ein Meilenstein: Sie meisterte in Knokke-Heist ihre erste Triathlon-Mitteldistanz. Nach 51:10 Minuten im Wasser und 3:10:42 Stunden auf dem Rad kämpfte sie sich erfolgreich durch den Halbmarathon. Dabei musste sie insbesondere auf dem Rad mit widrigen Bedingungen ringen: Der durchgängige Gegenwind sowie der teils wenig angenehme Straßenbelag machten die Fahrt durch das weitläufige Küstenumland zusätzlich anspruchsvoll.

Hinzu kamen ab Kilometer 75 starke Schmerzen im linken Knie, die Carina auch beim anschließenden Lauf beeinträchtigten. Nach 2:30:11 Stunden Laufzeit überquerte die „MANNschaftlerin“ nach insgesamt 6:45:05 Stunden die Ziellinie. Damit belegte sie Rang 1.966 insgesamt, Platz 357 in der Frauenwertung und einen starken 50. Platz in der Altersklasse F35-39.

Trotzdem hatte Carina nach ihrem ersten Start über die Mitteldistanz viel Freude am Wettkampf. Auch, wenn der „IRONMAN“ in Knokke-Heist für sie persönlich keine Wiederholung wert sein wird, will sie dem Triathlonsport treu bleiben.

Geschafft: Carina (links) nach dem Finish.

Mit zwei erfolgreichen Finishes in einem anspruchsvollen internationalen Rennen konnten Niklas Schütz und Carina Felten somit einen weiteren starken Auftritt der „MANNschaft“ auf der Triathlon-Mitteldistanz absolvieren.

30 Minuten schneller durch Tirol

Ötztaler Radmarathon: Der wohl bekannteste und renommierteste Radmarathon für ambitionierte Rennradfahrer führt über 227 Kilometer Strecke und vier Alpenpässe sowie 5.500 Höhenmeter durch Tirol und Südtirol. Dabei ist der gesamte Kurs für den Verkehr gesperrt, Hubschrauber begleiten die Fahrer über den Tag, und das Rennen wird über 15 Stunden live im Internet übertragen.

Daniel Stefes von der „MANNschaft e.V.“ und der ihn aus dem Westerwald begleitende Mitstreiter Steffen Schmidt (SSV95 Wissen) hatten das Glück, früher im Jahr einen der 4.000 Startplätze zugelost zu bekommen (bei mehr als 22.000 Bewerbern) – die zwei konnten ihr Training also auf diesen Saisonhöhepunkt ausrichten.

Weil der „Ötztaler“ über die vier Alpenpässe Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch bis auf knapp 2.500 Meter hinaufführt, ist das Wetter ein sehr entscheidender Faktor, und das war in diesem Jahr perfekt.

Pünktlich um halb sieben in der Früh setzte sich nach einem Kanonen(start)schuss das große Feld in Bewegung, bei angenehmen 12 Grad und trockenen Bedingungen. Die über 30 abfallenden Kilometer nach Oetz sind die gefährlichste Passage beim „Ötztaler“, weil hier alle Fahrer in einem großen Pulk sehr schnell unterwegs sind.

Nachdem dieser Teil unfallfrei überstanden war, ging es in Oetz direkt hinauf in den ersten Anstieg, das Kühtai (2.021 Meter), über 18 Kilometer mit 1.230 Höhenmetern und sieben Prozent im Schnitt. Hier hieß es, den Rhythmus zu finden. Wer in dieser Passage zu viel Energie aufwendet, verliert später am Timmelsjoch viel Zeit. Das Pacing und die regelmäßige Verpflegung sind beim Ötztaler Radmarathon das A und O.

Am Kühtai herrschte eine großartige Atmosphäre mit unzähligen Zuschauern, die alle Fahrer in engem Spalier lautstark anfeuerten.

Nach dem Kühtai folgte die sehr schnelle Abfahrt durch das Sellrain nach Innsbruck, wo Daniel beim Überqueren eines Weidegitters einen kurzen Schreckmoment erleben musste, als beide Trinkflaschen aus ihren Halterungen katapultiert wurden! Glücklicherweise ohne Folgen (auch für nachfolgende Fahrer), waren die Flaschen schnell wieder eingesammelt und es ging zügig weiter. In Innsbruck führte die Strecke mitten durch die Stadt, auch hier gesäumt von hunderten Zuschauern.

Der Brenner ist der zwar mit 37 Kilometern längste, doch zugleich der niedrigste Pass (1.380 Meter, und damit „nur“ 780 Höhenmeter im Anstieg). Auch hier blieben Daniel und Steffen bei ihrem avisierten Tempo und konnten in einer großen Gruppe den Windschatten nutzen.

Nach einer Pause an der Verpflegungsstation und kurzer Abfahrt nach Sterzing stand nach einem kurzen, steilen Stich im Ortsbereich der Jaufenpass an.

Über 1.100 Höhenmeter auf 15 Kilometer bedeuten rund 7,5 Prozent Steigung, die aber sehr gleichmäßig ist und sich damit gut fahren lässt. Nach einer Gesamtfahrzeit von 6,5 Stunden erreichten die Westerwälder Sportler die Passhöhe auf 2.098 Metern. Zur selben Zeit erreichte Jack Burke als Sieger in neuer Rekordzeit bereits das Ziel in Sölden…

Daniel im Ziel!

In St. Leonhard sind über 150 Kilometer und 3.500 Höhenmeter geschafft, aber danach folgt mit dem Timmelsjoch noch der längste Anstieg des Tages: über 28 Kilometer und knapp 1.800 Höhenmeter führt die schmale Straße bis auf 2.480 Meter. Auf den ersten Kilometern zeigte der Tacho über 30 Grad an, und die vielen bereits bewältigten Höhenmeter machten sich nun bemerkbar. Zäh und mühsam führte die Strecke rampenartig bis nach Schönau, einer Verpflegungsstelle auf etwa halber Höhe. Von hier führt das Timmelsjoch über enge Kehren eine steile Bergflanke hinauf zu einem Tunnel und zur Passhöhe.

Nach rund 2:45 Stunden hatte Daniel den Pass erreicht – und eine Nettofahrzeit von unter 10 Stunden im Ziel schien erreichbar! Deshalb stürzte er sich sofort in die Abfahrt und mit Mobilisierung der letzten Kräfte in den fiesen Gegenanstieg von 150 Höhenmetern hinauf zur Mautstation, bevor es die letzten Serpentinen hinab in Richtung Sölden ging.

Nach 9:55 Stunden reiner Fahrzeit und 10:15 Stunden inklusive der Verpflegungspausen erreichte Daniel glücklich das Ziel in Sölden – mehr als 30 Minuten schneller als bei seinen letzten vier Teilnahmen am Ötztaler Radmarathon!

Nach Dusche, Pizza und Belohnungsbier feierten Daniel und sein Kumpel Steffen noch eine Besonderheit beim „Ötztaler“: den Zieleinlauf der letzten Fahrer, rund 13:30 Stunden nach deren Start. Diese werden Jahr für Jahr unter besonders großem Jubel der Zuschauer empfangen und anschließend mit Standing Ovations gefeiert – noch vor der Siegerehrung der schnellsten Fahrer des Tages.




Fotos: sportograf.com






IRONMAN 70.3 Duisburg: Zwei starke Leistungen aus dem Westerwald

Der IRONMAN 70.3 Duisburg verbindet die sportliche Herausforderung einer Mitteldistanz mit einer besonderen, urbanen Kulisse: 1,9 Kilometer Schwimmen auf der Duisburger Regattabahn, 90 Kilometer Radfahren durch das Ruhrgebiet und ein abschließender Halbmarathon durch den Sportpark Duisburg verlangten den Athletinnen und Athleten auch in diesem Jahr einiges ab. Mit Lucas Benten aus Linden und Marcel Häbel aus Unnau, die beide für die „MANNschaft e.V. “ an den Start gingen, waren auch zwei Athleten aus dem Westerwald erfolgreich vertreten – mit ganz unterschiedlichen Ausgangssituationen und persönlichen Zielsetzungen.

Lucas unter fünf Stunden

Lucas auf dem Rad.

Lucas erwischte einen insgesamt sehr starken Wettkampftag: Die 1,9 Kilometer lange Schwimmstrecke absolvierte er in 44:43 Minuten. Auf dem gut geführten und einfachen Schwimmkurs fand er schnell seinen Rhythmus, zeigte sich mit seiner Schwimmzeit allerdings nicht ganz zufrieden.

Nach dem Wechsel auf das Rad warteten 90 schnelle und überwiegend flache Kilometer. Lucas konzentrierte sich darauf, seine Leistung eher locker abzurufen, um möglichst viele Kräfte für den abschließenden Halbmarathon zu sparen.

Diese Strategie ging auf: Mit 2:19:11 Stunden fuhr Lucas einen sehr starken Radsplit.

Auch beim abschließenden Halbmarathon zeigte sich, dass die Kraft gut eingeteilt war. Auf den drei Runden durch den Sportpark Duisburg fand Lucas gut in seinen Rhythmus und lief die 21,1 Kilometer mit einer Zeit von 1:44:53 Stunden.

Das Radkurs führte auch über die „Brücke der Solidarität“, die den Rhein quert.

Nach insgesamt 4:58:43 Stunden überquerte der „MANNschaftler“ die Ziellinie und blieb damit deutlich unter der Marke von fünf Stunden“

Auch in der Gesamtwertung konnte er sich weit vorne platzieren:

• Gesamtplatz: 394 von 2.035

• Altersklassenplatz: 59 von 206

• Geschlechterwertung: 360 von 1.491

Für Lucas bedeutete das einen äußerst erfolgreichen Wettkampftag mit einer starken Gesamtleistung über alle drei Disziplinen.

Die Regattabahn ist eine tolle Kulisse für das Schwimmen.

Marcels Plan: ins Ziel – zehn Wochen nach einem Schlüsselbeinbruch.

Bereits der Start selbst stand unter besonderen Vorzeichen. Nur rund zehn Wochen zuvor hatte Marcel sich bei einem Unfall das Schlüsselbein gebrochen und musste operiert werden. Die Verletzung hatte insbesondere die Vorbereitung im Schwimmen massiv eingeschränkt. Entsprechend war für Marcel lange unklar, wie gut die 1,9 Kilometer im Wettkampf funktionieren würden.

„Das Schwimmen war definitiv der schwierigste Teil. Nach der Operation konnte ich nicht vernünftig trainieren und wusste deshalb nicht genau, was mich im Wettkampf erwartet.“

Marcel absolvierte die Schwimmstrecke schließlich in 45:29 Minuten. Nach 5:20 Minuten in der ersten Wechselzone ging es auf die 90 Kilometer lange Radstrecke.

Hier konnte er seinen Rhythmus finden und seine geplante Leistung abrufen. Mit 2:30:40 Stunden zeigte er einen für die schwierigen Voraussetzungen starken Radsplit.

„Mit meiner Leistung auf dem Rad bin ich sehr zufrieden. Das lief für mich richtig gut“, erzählt er.

Nach weiteren 3:31 Minuten in der zweiten Wechselzone warteten noch 21,1 Kilometer Laufen.

Ein starker Halbmarathon von Marcel!

Und genau hier folgte die größte positive Überraschung des Tages: Marcel fand gut in den Lauf und absolvierte den Halbmarathon in 1:59:41 Stunden. Damit blieb er sogar unter der für ihn vor dem Rennen kaum erwarteten Marke von zwei Stunden. „Das Laufen war mein persönliches Highlight. Mit einer Zeit unter zwei Stunden hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet“, so sein frohes Resümee.

Nach insgesamt 5:24:39 Stunden überquerte Marcel die Ziellinie. „Dass ich zehn Wochen nach dem Schlüsselbeinbruch überhaupt am Start stehen und den Wettkampf so beenden konnte, macht mich besonders stolz.“

Zwei Athleten, zwei Geschichten – ein erfolgreicher Wettkampftag. Während Lucas Benten mit 4:58:43 Stunden die Fünf-Stunden-Marke knackte, stand für Marcel Häbel vor allem die Rückkehr nach einer schweren Verletzung im Mittelpunkt. Beide zeigten, wie unterschiedlich die Wege zu einem erfolgreichen IRONMAN 70.3 sein können.

Für Lucas war es ein sportlich überzeugender Wettkampftag mit einer Platzierung im vorderen Bereich. Für Marcel war es zehn Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch vor allem ein persönlicher Erfolg und ein besonderer Saisonhöhepunkt.

Fotos: sportograf.com

Die beiden Sportler aus dem Westerwald.

Das hätte sicherlich auch Raiffeisen gefallen!

„Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“: Dieser berühmte Ausspruch Friedrich Wilhelm Raiffeisens unterstreicht nicht nur den bis heute fortwirkenden Genossenschaftsgedanken – der wie die „MANNschaft“ und „MANN Strom“ aus dem Westerwald stammt –, sondern lässt sich auch prima auf den Mannschaftssport übertragen. Teamgeist und Solidarität sind dort schließlich ebenso wichtige Säulen für den gemeinsamen Erfolg.

Start zum gelungenen Event. Fotos (3): United Teams Rhein-Neckar e.V.

Was wäre da passender, als im Geburtsort des aus Hamm (Sieg) stammenden Begründers der modernen Genossenschaften einen regionalen Ausdauerwettkampf auszutragen? Die „MANNschaft“ wurde beim dortigen „Raiffeisentriathlon“ in diesem Jahr von vier motivierten Mitgliedern vertreten.

Anspruchsvolle Streckenprofile, sommerliche Temperaturen und zahlreiche Höhenmeter: Eine sportliche Herausforderung im heimatlichen Westerwald hat den Athleten der „MANNschaft“ alles abverlangt. Der „Raiffeisentriathlon Hamm (Sieg)“ ist der Dritte von insgesamt vier Wettkämpfen der 2. RTV-Liga (Rheinland-Pfälzischer Triathlon-Verband) – ein Sprinttriathlon mit 500 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und sechs Kilometern Laufen.

Bei dem in diesem Jahr erst zum fünften Mal ausgetragenen Wettbewerb – laut Veranstaltern ist er eine der jüngsten nationalen Ausdauersportveranstaltungen – traten auch die „MANNschaftler“ Benjamin Klöckner, Erhan Sigircio, Sebastian Wolf und Aaron Rieker an, um das „kleine Jubiläum“ des Westerwälder Events „mitzufeiern“.

Der Wettkampf begann im idyllisch gelegenen Waldschwimmbad Thalhausermühle. Das größte Naturfreibad der Region bot mit seiner beschaulichen Kulisse einen gelungenen Start in den Renntag.

Anschließend wartete auf die Sportler die intensive Radstrecke über vier Runden auf schmalen und kurvenreichen Straßen rund um Hamm. Mit etwa 130 Höhenmetern pro Durchgang und einem ständigen Wechsel aus kurzen Anstiegen und schnellen Abfahrten war die Strecke anspruchsvoll. Kaum hatte man einen Anstieg bewältigt, folgte bereits der nächste. Ein Rhythmus, der die Beine zunehmend schwer werden ließ.

Doch diese durften nicht müde werden, galt es doch noch, den Abschluss des Triathlons zu meistern: die Laufstrecke, die sich teilweise mit dem Radkurs überschnitt. Zwei Runden à drei Kilometern führten die Athleten schließlich ins Ziel.

Stolz konnten die Mitglieder der „MANNschaft“ über den erfolgreich absolvierten Dreikampf sein und freuten sich über super Ergebnisse. Benjamin Klöckner kam auf eine Gesamtzeit von 1:21:05 Stunden. Erhan Sigircio benötigte für den Triathlon 1:24:46 Stunden, Sebastian Wolf schloss den Wettkampf mit 1:29:52 Stunden ab und Aaron Riekers Gesamtzeit betrug am Ende 1:34:43 Stunden.

Das Fazit der „MANNschaft“ fiel nicht nur wegen der tollen Ergebnisse sehr positiv aus. Die Veranstaltung bot sportliche Herausforderungen auf hohem Niveau und ein landschaftlich reizvolles Erlebnis – und das alles in einer familiären Atmosphäre. Unterschiedliche Wettkampfformate, anspruchsvolle Streckenprofile und sommerliche Bedingungen sorgten dafür, dass Ausdauer, Tempohärte und Kampfgeist gleichermaßen gefragt waren. Das hätte sicherlich auch Raiffeisen gefallen!

Benjamin, Erhan (1. u. 2. v. li.) sowie Aaron und Sebastian (3. u. 4. v. re.) haben den Wettbewerb mit tollen Ergebnissen bestritten.





Gelungene Premiere auf der Mitteldistanz

Schwimmen in Deutschland, Radfahren in Luxemburg und Frankreich sowie Laufen in Luxemburg: Für dieses internationale Sporthighlight steht der „Ironman 70.3 Luxembourg“ eigentlich. Doch dann wurde es nur ein Duathlon. Lennard Schlimm aus der „MANNschaft“ hatte bei dem einzigartigen Event im Herzen Europas dennoch eine super Zeit!

Erste Disziplin: Radfahren. Foto: Dietmar Tietzmann/HighlanderTV

Für den „MANNschaftler“ sollte der „Ironman 70.3 Luxembourg – Région Moselle“ eine besondere Herausforderung werden, hat er bei dem Event im Dreiländereck doch seine erste Mitteldistanz erfolgreich absolviert. Gleichwohl ging der Wettkampf in diesem Jahr dann doch nicht durch drei Länder. Das geplante Schwimmrennen in der Mosel, das eigentlich im luxemburgischen Remich den Auftakt bilden und auch zur deutschen Seite des Flusses führen sollte, musste am Rennmorgen aufgrund einer gesundheitsgefährdenden Blaualgenkonzentration in de, Gewässer kurzfristig abgesagt werden.

So wurde der Wettkampf als Duathlon ausgetragen, und für Lennard und seine Mitstreiter ging es stattdessen in Remich auf der Radstrecke los. Im malerischen Moseltal führte die Schleife durch Luxemburg und Frankreich, vorbei an Felsformationen, Weinbergen und kleinen Dörfern. Auf dem 90 Kilometer langen Kurs überzeugte Lennard mit einer starken Leistung: Mit 2:55 Stunden erreichte er einen Durchschnitt von 31 km/h.

Lennard hat die Kulisse genossen. Foto: privat

Anschließend begab sich der „MANNschaftler“ auf die Laufstrecke. Drei Runden galt es auf der Moselpromenade in Remich zu bestreiten. Am Ufer des Flusses entlang konnten die Athleten nicht nur die reizvolle Gegend genießen, sondern sich ebenso über die Atmosphäre in der Gastgeberstadt freuen, in der zahlreiche Zuschauer für eine tolle Stimmung sorgten. Für Lennard lief es auch dabei sportlich gut: Er bewältigte den Halbmarathon in 1:57 Stunden.

Die hohen Temperaturen von rund 35 Grad und die intensive Sonneneinstrahlung machten den Wettkampftag zu einer echten Hitzeschlacht. Der Fokus lag vor allem darauf, die Belastung in der Wärme gut zu managen. Doch trotz der anspruchsvollen Bedingungen bleibt der „Ironman 70.3 Luxembourg“ Lennard in bester Erinnerung. Dafür sorgte schon allein die abwechslungsreiche Strecke entlang der Mosel, die den Athleten eine beeindruckende Kulisse bot.

Sicher auch 2027 als Gemeinschaft dabei

Thomas Müller ist sich nicht sicher, ob die Veranstaltung weiter wachsen könnte. Wenn man sich angesehen hat, wie wenig freien Raum es in den Wechselzonen beim diesjährigen „Mörsbachmän“ nur noch gab, muss man sich die Frage wohl stellen. Dasselbe Bild im Umfeld, an Getränke- und Essensständen, im Festzelt: „Ich bin eben über den Platz gegangen: So voll war es noch nie!“, nickt Müller. Der Sprint-Triathlon in der im Westerwald gelegenen Kroppacher Schweiz ist offenkundig überaus beliebt – auch bei der heimischen „MANNschaft“, die alleine mit der Rekordzahl von 34 Startern beim Wettbewerb vertreten und das weitaus größte Team gewesen ist!

Friedrich kommt aus dem Wasser. Fotos (13): Bakic

„Mörsbachmän“: Das ist ein absolut professionell organisierter Wettkampf, doch zugleich ein großes Volksfest in der Verbandsgemeinde Hachenburg. In der Gemarkung Obermörsbach entspringt der „Mörsbach“, der später in die Große Nister mündet und dem heute aus vier Ortsteilen bestehenden Mörsbach wohl seinen Namen gab.

Die Hitze flieht hinter Benjamin beim 40. „Mörsbachmän“.

Gunnar hat noch Zeit zum Grüßen.

Der Sportverein „SG Mörsbach“ wurde dort 1982 gegründet, und wenn der von der SG (in diesem Jahr bereits zum 40. Mal) veranstaltete Triathlon-Wettbewerbs ausgetragen wird, geht es um weit mehr als die 240 Meter Schwimmen im Dickendorfer Freibad, die Radstrecke über 20 Kilometer von dort über Elkenroth und Malbergzur Grillhütte Mörsbach oder die anschließende Laufrunde (5,5 Kilometer) um das Veranstaltungsgelände und durch den angrenzenden, vom Käferbefall gezeichneten Wald: Hier treffen sich Menschen aus dem Ort und umliegenden Dörfern, man spricht vielleicht einmal länger mit dem Nachbarn, als wenn man sich sonst im Alltag nur flüchtig auf der Straße sieht. Die viele ehrenamtliche Arbeit für das Sport-Event (siehe „Etwas, das man nicht greifen kann“) schweißt die Gemeinschaft wieder ein bisschen enger zusammen.

Zum 40. hat es eine Urkunde des Rheinland-Pfälzischen Triathlonverbandes (RTV) gegeben, die Thomas Müller (Mitte) aus den Händen von RTV-Präsident Romain Keiser (rechts) bekommen hat. Links im Bild Bernd Knerr, langjähriger Sprecher am Zieleinlauf des „Mörsbachmän“.

„Die erste Vorbereitungswelle haben wir im April gestartet. Da geht es dann los mit Absprachen mit der Verbandsgemeinde, mit Feuerwehren, Rotem Kreuz, Schwimmbad – das sind so die ersten Termine“, schildert Thomas Müller, der 1. Vorsitzende der ausrichtenden „SG Mörsbach“.

Später sind T-Shirts für Finisher wie Helfer zu bestellen, Gespräche, bei denen das Verpflegungskonzept aufgestellt wird, stehen an. „Permanent bist du am Verbessern. Aber zugleich hast du immer weniger Leute, jedes Jahr weniger freiwilliger Helfer, weniger Hände – aber immer mehr Teilnehmer und Besucher hier beim ‚Mörsbachmän‘! Das ist ja das Kuriose“, beschreibt Müller.

Überall ist es „voll“.

Bei 507 seinerzeit registrierten Starten hatte die „SG Mörsbach“ die Anmeldung geschlossen – bereits Anfang Juni war es soweit. „Ab 500 Sportlern wird das Event nicht mehr ganz handelbar – denke ich mal“, gibt Müller zu bedenken. „Das war dieses Jahr ein gelungener Versuch. Am Ende sind von den angemeldeten Sportlern rund 440 gestartet – da sind wir wieder bei den gut zehn Prozent, die üblicherweise ausfallen bei solchen Wettkämpfen. Doch so, mit dieser Teilnehmer- und Zuschauerzahl, hat alles gut geklappt“, urteilt der Vorsitzende, „aber wir kommen halt an die Grenzen.“

Sebastian beim Laufen. Fotos (14): Schmalenbach

An ihre Grenzen gegangen sind gleichermaßen die Aktiven der „MANNschaft“. Der schnellste aus der von „MANN Strom“ gesponsorten Truppe, Niklas Schütz, kam als Gesamtelfter mit einer Nettozeit von 01:11:48 ins Ziel (zum Vergleich: Gesamtsieger Markus Mockenhaupt finishte in 01:06:22). Niklas sicherte sich mit der tollen Leistung zugleich den dritten Platz in der Altersklasse 30 männlich.

Ebenfalls „aufs Treppchen“ – und zwar jenes mit der „1“ – ging es für Niklas‘ Teamkollegin Clarissa Giles, die die Schnellste der Altersklasse 30 weiblich und 1:22:09 nach dem Start im Dickendorfer Freibad im Ziel an der Grillhütte gewesen ist.

Clarissa läuft zum Sieg in ihrer Altersklasse.

Apropos Schwimmbad: Mit den dort Verantwortlichten müssten die Organisatoren wohl auch noch einmal sprechen, ob ein weiteres Wachstum des „Mörsbachmän“ machbar sein könnte. Denn der ausrichtende Verein mietet das Schwimmbad zwar für einen kleinen Obulus an, aber bisher ist es so, dass man das Becken ab 13 Uhr wieder für den „normalen“ Badebetrieb benötigt – erst recht an so einem hochsommerlich heißen Tag wie dem Augustsamstag, an dem dieses Jahr der „Mörsbachmän“ stattgefunden hat.

Nebenbei: Die Wetterbedingungen setzten vielen Teilnehmern wie Zuschauern erkennbar zu. Dutzende Sportler mussten nach wenigen Hundert Metern auf der abschließenden Laufstrecke erst eine Weile gehen, ehe es zügiger gen Ziel gehen konnte. Auch das Rote Kreuz war wegen Kreislaufproblemen im Einsatz. An manchen Stellen wirbelten die Läufer förmliche Staubwolken auf.

Ein erster Platz in der Klasse 30 weiblich für die „MANNschaft“.

Wird nach dem Wettkampf für Badegäste gebraucht: das Freibad Dickendorf.

Verständlich, dass bei dieser Wärme auch „normale“ Gäste des Freibads nach dem dortigen Triathlon-Start rasch ins kühle Nass möchten. Thomas Müller überlegt, als Alternative zur jetzigen Regelung das Freibad künftig womöglich für den gesamten Tag zu mieten und somit länger (Einzel-)Starter ins Wasser lassen zu können; in diesem Jahr ging der erste um 10 Uhr und mit Erhan Sigircio aus der MANNschaft um 12.28 Uhr der letzte Starter ins Wasser und damit auf die Strecke eines super gelungenen Sprint-Triathlons.

Erhan hat es und ist geschafft…

„In diesem Jahr waren wir so früh wie noch nie ‚ausgebucht‘ – das ist wirklich ein Novum“, betont Mario Vaccargiu. Er ist beim „Mörsbachmän“ fürs Schwimmbad zuständig. „Wir ‚leben‘ vom Schwimmbad“, sagt er, „wenn das wegfallen würde, ist der Triathlon nicht mehr möglich. Da sind wir schon froh, dass wir die Möglichkeit haben.“

Vielleicht ist es jedoch für viele Triathleten sogar ein Anreiz, wenn das Starterfeld auf 500 Plätze begrenzt bleibt – und man darauf hofft, einen davon zu ergattern, 2027 zum Dickendorfer Freibad zu fahren, um bei einem Wettbewerb in der vielleicht schönsten Gegend des Westerwaldes unterwegs zu sein. So oder so: Der „Mörsbachmän“, das bestätigt Müller, solle 2027 auf jeden Fall erneut ausgetragen werden. Und sicher ist die „MANNschaft“ nach dem tollen Gemeinschaftserlebnis dieses Jahres (siehe „Support in der ‚MANNschaft‘: „Das ist schon heftig!“) ebenfalls mit Eifer und viel Freude erneut dabei.

…und für die nächste Generation „MANNschaftler“ ist Triathlon im heimischen Westerwald gleichermaßen schon ein Thema – zumindest sind unter den insgesamt 45 bei den Bambiniläufen des „Mörsbachmän“ nach dem Zieleinlauf der Erwachsenen ums Veranstaltungsgelände an der Grillhütte flitzenden Kids gleich sechs Kinder von Vereinsmitgliedern gewesen: Valentin, Jonathan, Finnlay, Kayra, Milan und Charlotte sind nicht weniger motiviert bis zum großen roten Zielbogen gelaufen, als kurz zuvor die Erwachsenen im schwarz-grünen Trikot der „MANNschaft“.

Uwe Schmalenbach

Auch bei den Kleinsten ist die „MANNschaft“ aktiv – und erfolgreich: Finnlay (Foto) gewinnt das Rennen über 250 Meter, Jonathan den 500-Meter-Lauf und Milan auf der 1.000-Meter-Distanz.

HIER gibt es noch mehr Bilder:
Die „MANNschaft“ beim 40. „Mörsbachmän“

Etwas, das man nicht greifen kann

Die Freiwilligen, die sich unter anderem im „Café Mörsbachmän“ und „Grill Mörsbachmän“ darum kümmern, dass Sportler, Helfer und alle Besucher bei der Triathlon-Veranstaltung gut verpflegt werden, sind zeitig aufgestanden. „Die haben um 6.45 Uhr mit Brötchenschmieren angefangen“, schildert Thomas Müller, der Erste Vorsitzende des Ausrichters „SG Mörsbach 1982“. Zwar sind beispielsweise Petra Lohnerth und Michaela Diehl nicht Mitglieder des Sportvereins, doch für das Event stets zur Stelle. „Seit über 30 Jahren“, sagt Diehl.

Petra Lohnerth, Michaela Diehl und Thorsten Groß (v. rechts) sorgen für Verpflegung.

Die Damen brutzeln gemeinsam mit dem vor zwei Jahren zu ihnen gestoßenen Thorsten Groß im Grill auf dem „Steinigen Hahn“ und sorgen dafür, dass Hungrige rasch etwas in den Magen bekommen. „Wir sind ein eingespieltes Team“, unterstreicht Michaela Diehl, während sie die nächsten fertigen Pommes frites salzt.

Es stimme, Vereinsmitglieder seien sie gleichwohl nicht, „aber wir kommen aus dem Ort“, erläutert Petra Lohnerth. Und dennoch helfen sie mit beim „Mörsbachmän“? „Ja, weil man das einfach für die Gemeinschaft macht, für den Ort“, sagt Diehl. Trotz des langjährigen Mittuns bereite es weiterhin Spaß: Es sei ein gutes Gefühl, dass der Beitrag zur gelungenen Veranstaltung von den Besuchern wertgeschätzt werde, nicken die drei Helfer vom Grill.

Mike Schmidt und Jessica Müller kümmern sich um Trinkwasser.

Mike Schmidt füllt unterdessen unter einem Pavilion neben dem Zieleinlauf Becher und Flaschen mit Gratis-Trinkwasser auf. Er sei relativ neu im Verein und komme aus Betzdorf, erzählt er. Weil Ehrenamt wichtig sei und es „Spaß macht, es eine gute Truppe ist“, investiere er seine Freizeit, obwohl auch er nicht aus dem Ort stamme, jedoch Bekannte dort habe, ergänzt Schmidt. Anders als die Damen im Grill ist er erstmals beim „Mörsbachmän“. „Ich find‘s super“, sagt er. Jessica Müller ist an derselben Station aktiv „und zum vierten oder fünften Mal“ Helferin. „Macht Spaß, und man lernt immer wieder neue Leute kennen“, begründet sie ihre Beteiligung.

Streckenposten der Feuerwehr am Radkurs.

Ganz eindeutig: Ob Verpflegungsstationen, Aufsicht im Schwimmbad oder Streckenposten – wären die (über 140) Ehrenamtler nicht zur Stelle, könnte der Sprint-Triathlon im Westerwald niemals stattfinden! Alleine die Feuerwehren aus Kausen, Neunkhausen, Mörsbach und Heimborn sind mit 59 Kameraden zu Stelle – um die Radstrecke abzusichern. Darunter befindet die „Frist-Responder-Gruppe“ der Heimborner Wehr, die sonst in Kundert, Mörsbach und Heimborn bei medizinischen Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückt.

Gerd Schneider von der Feuerwehr aus dem Mörsbacher Nachbarort Heimborn erklärt deren Anwesenheit so: „Die Kameraden aus Mörsbach stehen genauso zu uns, darum machen wir das gerne, dass wir hier mithelfen. Und wir unterstützen ebenso gerne andere Vereine – man ist ja nicht ‚allein auf der grünen Wiese‘. Wir sind eine große Gemeinschaft, über die Vereinsgrenzen hinaus.“ Es sei der „Kern unserer Aufgabe, unserer Einstellung, dass man die Freizeit dafür hergibt.“

Alles in allem waren 59 Kräfte der Wehren im Einsatz. Fotos (3): Schmalenbach

Die Ehrenamtler übernehmen vielfältige Aufgaben rund um das Event. Fotos (5): Bakic

„Wir haben vier Mottos bei der Feuerwehr: retten, löschen, bergen und auch schützen“, ergänzt Florian Zorn, Wehrführer der Heimborner Feuerwehr. „Und wir haben eben auch das Knowhow für die Verkehrsabsicherung.“

Spricht man mit Teilnehmern des Sprint-Triathlons, so hört man eine Menge anerkennende Worte dafür, dass das kleine Mörsbach – dort leben gerade einmal 422 Einwohner – ein so professionell durchgeführtes Sportevent auf die Beine stellt (siehe „Sicher auch 2027 als Gemeinschaft dabei“), beispielsweise mit der von den Wehren so gut gesicherten Radstrecke.

Ebenso sprechen viele lobend über die gemeinschaftliche Atmosphäre, die sich offenbar vom Geist der Ehrenamtler auf das Starterfeld und die Zuschauer am Streckenrand überträgt. „Diese Veranstaltung hat ein gewisses Flair“, so formuliert es Bernd Knerr vom Verein „Tri Post Trier“. Er ist seit Jahren als Sprecher des „Mörsbachmän“ am Zieleinlauf aktiv. „Da ist ein Herzblut da“, findet er, „etwas, das man nicht greifen kann – aber es ist einfach da!“

Selbst nach dem letzten Starter im Ziel braucht man Helfer, etwa beim Abbau der Wechselzonen.