Ausdauer und Orientierung

Einen festgelegten Kurs gibt es nicht, geschweige denn eine detaillierte Streckenkarte. Stattdessen bekommen alle Teilnehmer des „Rufs der alten Mauern“ nur einige Koordinaten, und das auch erst am Tag vor dem eigentlichen Wettkampf: So lassen sich die Rahmenbedingungen der ersten Austragung dieses ungewöhnlichen Trail-Marathons im Landkreis Neuwied umschreiben. Erhan aus der „MANNschaft“ ist bei der Premiere des Orientierungslaufs zwischen Burgen und Schlössern im Westerwald an den Start gegangen – und hat den 40-Kilometer-Wettstreit direkt für sich entschieden!

Die Burg Sayn liegt oberhalb des gleichnamigen Schlosses. Foto: Mahlow Media/Romantischer Rhein Tourismus GmbH

Es geht nicht nur um Ausdauerkondition, mentale und muskuläre Stärke: Bei dem von „Katjas Laufzeit“ veranstalteten Event zählen Orientierungsvermögen und eine gute Routenplanung nicht minder. Die Sportler, die auf Strecken von 25 bis zu 90 Kilometern gehen konnten, erhalten die Koordinaten verschiedener Burgen und Schlösser der Region. Aufgabe ist es, den besten Weg zu sämtlichen Punkten zu finden, sie besucht zu haben und anschließend wieder zum Ausgangspunkt und Ziel am Dorfgemeinschaftshaus in Isenburg zurückzukehren.

Erhan hat die 40-Kilometer-Distanz gewählt, zu der auch 700 Höhenmeter gehörten. Und vier Ziele: die Burgruine Isenburg unweit des Starts, die Burg Altwied, Schloss Neuwied und die oberhalb des gleichnamigen Schlosses gelegene Burg Sayn. Die Reihenfolge, so das Reglement des Wettbewerbs, ist frei wählbar – es galt eben nur, an allen Zielen gewesen zu sein, was per GPS-Tracker überwacht worden ist.

Die Burgruine Isenburg im Westerwald, unweit des Starts des Marathons. Foto: Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Auf Erhans Kurs erwies sich der rund sieben Kilometer lange Abschnitt zur Burg Altwied als besonders anspruchsvoll. Steile Anstiege auf schwer laufbaren Waldwegen mit mehr als zehn Prozent Steigung und ebenso heftige Abstiege forderten heraus. Anschließend lief der Sportler im Trikot der „MANNschaft“ zum Schloss Neuwied und weiter zur Burg Sayn. Von dort ging es über sechs Kilometer zurück ins Ziel am Dorfgemeinschaftshaus.

Dort wurden auf der 40-Kilometer-Distanz 13 männliche Finisher in die Ergebnisliste eingetragen. Auf deren Platz 1: Erhan in 3:19:51 – mit einem Vorsprung von fast 38 Minuten auf den Zweitplatzierten!

„Der Ruf der alten Mauern ist mehr als ein Lauf – es ist ein Abenteuer, das Strategie, Ausdauer und Orientierung vereint“, so heißt es auf der Website der Veranstalterin. Diese kombinierte Anforderung hat Erhan demnach offenkundig am besten lösen können.




Im zweiten Abschnitt noch schneller

Er wollte unter 3:45 bleiben: Zum Abschluss seiner ereignisreichen Wettkampfsaison ist der Malberger Ausdauersportler Niklas Schütz aus der „MANNschaft“ beim 52. „BERLIN-MARATHON“ an den Start gegangen.

Der Wettbewerb zählt zu den größten und bekanntesten Marathonevents und ist ein zweitägiges Lauf- und Skatefest der Superlative mit mehr als 84.000 Teilnehmern aus 162 Nationen! Allein über 56.000 Läufer hatten sich 2026 für den Run durch die deutsche Hauptstadt angemeldet.

Der erreichte sportlich ebenfalls ein bemerkenswertes Niveau: Gemessen an der Summe der Siegerzeiten bei den Männern und Frauen war Berlin in diesem Jahr mit insgesamt 4:13:54 Stunden das zweitschnellste Marathonrennen der Welt. Nur der Chicago-Marathon 2024 übertraf dieses Ergebnis mit einer addierten Siegerzeit von 4:12:40 Stunden.

Auch Niklas ist im Trikot mit dem Logo von „MANN Strom“ sehr flott unterwegs gewesen! Ihm gelang eine überzeugende Renneinteilung, so dass er die erste Hälfte der 42,195 Kilometer langen Herausforderung in 1:51:11 Stunden absolvieren konnte. Und auf den zweiten 21,1 Kilometern legte er sogar noch einmal zu! Mit 1:49:52 Stunden war dieser Abschnitt knapp anderthalb Minuten schneller als der erste.

Dabei stand für Niklas in Berlin gar nicht die Verbesserung seiner persönlichen Bestzeit von 3:28:03 Stunden im Vordergrund, die er beim Frankfurter Marathon des Jahres 2025 aufgestellt hatte. Nach einer außergewöhnlich vielseitigen Wettkampfsaison bildete der „BERLIN-MARATHON“ für ihn vielmehr den diesjährigen Schlusspunkt seines Wettkampfjahres.

Im Gesamtklassement belegte Niklas Rang 14.112, in der Männerwertung Platz 11.296. Mit einer Zeit von 3:41:03 Stunden hatte er das Ziel am Brandenburger Tor erreicht – und ist damit deutlich unter seiner selbst gesetzten Marke von 3:45 Stunden geblieben.

Fotos: sportograf.com





Fünf (sehr) nasse „MANNschaftler“

Nicht Zug um Zug, sondern buchstäblich Bahn um Bahn: Für fünf Athleten der „MANNschaft“ ging es beim „Stadionlauf des CLV Siegerland“ um jede Sekunde. Immerhin galt es, beim 6. Wertungslauf des „Ausdauer-Cups 2026“ wertvolle Punkte zu sammeln – eine echte Willensleistung im plötzlich einsetzenden, strömenden Regen.

Foto: Frank Steinseifer



317 Teilnehmer traten in diesem Jahr beim „Bahnlauf“ in Wilnsdorfs Stadion am Höhwäldchen an, deutlich mehr als in den Vorjahren. Auch fünf Sportler der „MANNschaft“ sind beim Hauptlauf über 5.000 Meter zu starten. Für den von „MANN Naturenergie“ gesponserten Verein gingen Linda Graf, Siegmar Sendzik, Benedikt Weidenbruch, Dennis Pauschert und René Metzger auf die zwölfeinhalb Runden.

Konnten sich die Sportler zunächst noch über gutes Wetter freuen, verhießen die dunklen Wolken über ihnen nichts Gutes. Es kam, wie es kommen musste: Nach drei „trockenen“ Wertungsläufen öffneten sich plötzlich die Schleusen des Himmels, und die letzten beiden Rennen des Tages mussten im strömenden Regen bewältigt werden.

Engagiert trotzten die Läufer den schwierigen Bedingungen und kämpften sich über die 5.000 Meter erfolgreich ins Ziel. Die fünf Teilnehmer der „MANNschaft“ konnten sich letztendlich nicht nur über ihr starkes Durchhaltevermögen freuen, sondern ebenso über starke Ergebnisse. Dennis meisterte das Rennen in 20:49 Minuten, Benedikt kam auf 23:01 Minuten. Linda bezwang die Strecke in 25:35 Minuten, und Siegmar erreichte eine Zeit von 28:15 Minuten.

Der Schnellste der „MANNschaft“ war an diesem Tag René: Er lief nach tollen 19:53 Minuten ins Ziel und ist dabei bewusst mit kontrolliertem Tempo unterwegs gewesen. Bereits zwei Tage später wollte er nämlich im Rahmen des „Wäller Lauf-Cups“ einen flotten Halbmarathon absolvieren. Dieser sollte zugleich als Formtest auf dem Weg zum Köln Marathon dienen. Entsprechend teilte er sich seine Kräfte auf der nassen Bahn in Wilnsdorf ein.

Ergebnisse über 5.000 Meter

• René Metzger: 19:53 Minuten

• Dennis Pauschert: 20:49 Minuten

• Benedikt Weidenbruch: 23:01 Minuten

• Linde Graf: 25:35 Minuten

• Siegmar Sendzik: 28:15 Minuten



Erfolgreich beim „IRONMAN 70.3 Knokke-Heist“

Für zwei Athleten der „MANNschaft“ ging beim „IRONMAN 70.3 Knokke-Heist“ eine besondere Herausforderung über die Mitteldistanz erfolgreich zu Ende. Niklas Schütz und Carina Felten stellten sich den 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und 21,1 Kilometern Laufen an der belgischen Nordseeküste.

Carina auf dem Rad.

Die Gastgeberstadt Knokke-Heist, die aufgrund ihres exklusiven und mondänen Flairs von manchen auch als „Monaco Belgiens“ bezeichnet wird, bot dabei eine außergewöhnliche Kulisse. Ausgetragen wurde der „Ironman“ allerdings auch grenzüberschreitend: Geschwommen wurde nämlich zunächst in der historischen niederländischen Festungsstadt Sluis, direkt im Kanal „Damse Vaart“.

Die anschließende Radstrecke führte Niklas, Carina und ihre Mitstreiter durch die Niederlande, über die belgische Grenze zurück nach Knokke-Heist. Vor allem der Wind auf der 90 Kilometer langen Route verlangte den Athleten dabei einiges ab. Wieder in der Austragungsstadt angekommen, wurde der Halbmarathon dann entlang der Nordseepromenade des eleganten Badeortes gelaufen.

Auch Niklas nahm die 90 Kilometer unter die Räder.

Für Niklas Schütz war der Wettkampf zugleich der Abschluss einer ganz besonderen Triathlonsaison. Nach seinem Debüt beim „IRONMAN Frankfurt“ im Juni, bei dem die Langdistanz in diesem Jahr aufgrund extremer Hitze auf einen Halbmarathon reduziert werden musste, bildete der Start in Knokke-Heist seinen letzten Triathlon-Wettkampf des Jahres. Die vollständige Langdistanz bleibt für das Mitglied der „MANNschaft“ damit weiterhin ein offenes Ziel für die kommende Saison.

Beim „IRONMAN 70.3 Knokke-Heist“ absolvierte Niklas die Schwimmstrecke in 45:06 Minuten, benötigte 2:40:55 Stunden für den 90 Kilometer langen Kurs auf dem Rad und lief den abschließenden Halbmarathon in 1:55:31 Stunden. Nach insgesamt 5:34:48 Stunden erreichte er das Ziel. Damit belegte Niklas Rang 1.023 im Gesamtklassement, Platz 930 der Männer und Rang 210 in der Altersklasse M30-34.

Für Carina Felten war der Wettkampf ein Meilenstein: Sie meisterte in Knokke-Heist ihre erste Triathlon-Mitteldistanz. Nach 51:10 Minuten im Wasser und 3:10:42 Stunden auf dem Rad kämpfte sie sich erfolgreich durch den Halbmarathon. Dabei musste sie insbesondere auf dem Rad mit widrigen Bedingungen ringen: Der durchgängige Gegenwind sowie der teils wenig angenehme Straßenbelag machten die Fahrt durch das weitläufige Küstenumland zusätzlich anspruchsvoll.

Hinzu kamen ab Kilometer 75 starke Schmerzen im linken Knie, die Carina auch beim anschließenden Lauf beeinträchtigten. Nach 2:30:11 Stunden Laufzeit überquerte die „MANNschaftlerin“ nach insgesamt 6:45:05 Stunden die Ziellinie. Damit belegte sie Rang 1.966 insgesamt, Platz 357 in der Frauenwertung und einen starken 50. Platz in der Altersklasse F35-39.

Trotzdem hatte Carina nach ihrem ersten Start über die Mitteldistanz viel Freude am Wettkampf. Auch, wenn der „IRONMAN“ in Knokke-Heist für sie persönlich keine Wiederholung wert sein wird, will sie dem Triathlonsport treu bleiben.

Geschafft: Carina (links) nach dem Finish.

Mit zwei erfolgreichen Finishes in einem anspruchsvollen internationalen Rennen konnten Niklas Schütz und Carina Felten somit einen weiteren starken Auftritt der „MANNschaft“ auf der Triathlon-Mitteldistanz absolvieren.

30 Minuten schneller durch Tirol

Ötztaler Radmarathon: Der wohl bekannteste und renommierteste Radmarathon für ambitionierte Rennradfahrer führt über 227 Kilometer Strecke und vier Alpenpässe sowie 5.500 Höhenmeter durch Tirol und Südtirol. Dabei ist der gesamte Kurs für den Verkehr gesperrt, Hubschrauber begleiten die Fahrer über den Tag, und das Rennen wird über 15 Stunden live im Internet übertragen.

Daniel Stefes von der „MANNschaft e.V.“ und der ihn aus dem Westerwald begleitende Mitstreiter Steffen Schmidt (SSV95 Wissen) hatten das Glück, früher im Jahr einen der 4.000 Startplätze zugelost zu bekommen (bei mehr als 22.000 Bewerbern) – die zwei konnten ihr Training also auf diesen Saisonhöhepunkt ausrichten.

Weil der „Ötztaler“ über die vier Alpenpässe Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch bis auf knapp 2.500 Meter hinaufführt, ist das Wetter ein sehr entscheidender Faktor, und das war in diesem Jahr perfekt.

Pünktlich um halb sieben in der Früh setzte sich nach einem Kanonen(start)schuss das große Feld in Bewegung, bei angenehmen 12 Grad und trockenen Bedingungen. Die über 30 abfallenden Kilometer nach Oetz sind die gefährlichste Passage beim „Ötztaler“, weil hier alle Fahrer in einem großen Pulk sehr schnell unterwegs sind.

Nachdem dieser Teil unfallfrei überstanden war, ging es in Oetz direkt hinauf in den ersten Anstieg, das Kühtai (2.021 Meter), über 18 Kilometer mit 1.230 Höhenmetern und sieben Prozent im Schnitt. Hier hieß es, den Rhythmus zu finden. Wer in dieser Passage zu viel Energie aufwendet, verliert später am Timmelsjoch viel Zeit. Das Pacing und die regelmäßige Verpflegung sind beim Ötztaler Radmarathon das A und O.

Am Kühtai herrschte eine großartige Atmosphäre mit unzähligen Zuschauern, die alle Fahrer in engem Spalier lautstark anfeuerten.

Nach dem Kühtai folgte die sehr schnelle Abfahrt durch das Sellrain nach Innsbruck, wo Daniel beim Überqueren eines Weidegitters einen kurzen Schreckmoment erleben musste, als beide Trinkflaschen aus ihren Halterungen katapultiert wurden! Glücklicherweise ohne Folgen (auch für nachfolgende Fahrer), waren die Flaschen schnell wieder eingesammelt und es ging zügig weiter. In Innsbruck führte die Strecke mitten durch die Stadt, auch hier gesäumt von hunderten Zuschauern.

Der Brenner ist der zwar mit 37 Kilometern längste, doch zugleich der niedrigste Pass (1.380 Meter, und damit „nur“ 780 Höhenmeter im Anstieg). Auch hier blieben Daniel und Steffen bei ihrem avisierten Tempo und konnten in einer großen Gruppe den Windschatten nutzen.

Nach einer Pause an der Verpflegungsstation und kurzer Abfahrt nach Sterzing stand nach einem kurzen, steilen Stich im Ortsbereich der Jaufenpass an.

Über 1.100 Höhenmeter auf 15 Kilometer bedeuten rund 7,5 Prozent Steigung, die aber sehr gleichmäßig ist und sich damit gut fahren lässt. Nach einer Gesamtfahrzeit von 6,5 Stunden erreichten die Westerwälder Sportler die Passhöhe auf 2.098 Metern. Zur selben Zeit erreichte Jack Burke als Sieger in neuer Rekordzeit bereits das Ziel in Sölden…

Daniel im Ziel!

In St. Leonhard sind über 150 Kilometer und 3.500 Höhenmeter geschafft, aber danach folgt mit dem Timmelsjoch noch der längste Anstieg des Tages: über 28 Kilometer und knapp 1.800 Höhenmeter führt die schmale Straße bis auf 2.480 Meter. Auf den ersten Kilometern zeigte der Tacho über 30 Grad an, und die vielen bereits bewältigten Höhenmeter machten sich nun bemerkbar. Zäh und mühsam führte die Strecke rampenartig bis nach Schönau, einer Verpflegungsstelle auf etwa halber Höhe. Von hier führt das Timmelsjoch über enge Kehren eine steile Bergflanke hinauf zu einem Tunnel und zur Passhöhe.

Nach rund 2:45 Stunden hatte Daniel den Pass erreicht – und eine Nettofahrzeit von unter 10 Stunden im Ziel schien erreichbar! Deshalb stürzte er sich sofort in die Abfahrt und mit Mobilisierung der letzten Kräfte in den fiesen Gegenanstieg von 150 Höhenmetern hinauf zur Mautstation, bevor es die letzten Serpentinen hinab in Richtung Sölden ging.

Nach 9:55 Stunden reiner Fahrzeit und 10:15 Stunden inklusive der Verpflegungspausen erreichte Daniel glücklich das Ziel in Sölden – mehr als 30 Minuten schneller als bei seinen letzten vier Teilnahmen am Ötztaler Radmarathon!

Nach Dusche, Pizza und Belohnungsbier feierten Daniel und sein Kumpel Steffen noch eine Besonderheit beim „Ötztaler“: den Zieleinlauf der letzten Fahrer, rund 13:30 Stunden nach deren Start. Diese werden Jahr für Jahr unter besonders großem Jubel der Zuschauer empfangen und anschließend mit Standing Ovations gefeiert – noch vor der Siegerehrung der schnellsten Fahrer des Tages.




Fotos: sportograf.com






IRONMAN 70.3 Duisburg: Zwei starke Leistungen aus dem Westerwald

Der IRONMAN 70.3 Duisburg verbindet die sportliche Herausforderung einer Mitteldistanz mit einer besonderen, urbanen Kulisse: 1,9 Kilometer Schwimmen auf der Duisburger Regattabahn, 90 Kilometer Radfahren durch das Ruhrgebiet und ein abschließender Halbmarathon durch den Sportpark Duisburg verlangten den Athletinnen und Athleten auch in diesem Jahr einiges ab. Mit Lucas Benten aus Linden und Marcel Häbel aus Unnau, die beide für die „MANNschaft e.V. “ an den Start gingen, waren auch zwei Athleten aus dem Westerwald erfolgreich vertreten – mit ganz unterschiedlichen Ausgangssituationen und persönlichen Zielsetzungen.

Lucas unter fünf Stunden

Lucas auf dem Rad.

Lucas erwischte einen insgesamt sehr starken Wettkampftag: Die 1,9 Kilometer lange Schwimmstrecke absolvierte er in 44:43 Minuten. Auf dem gut geführten und einfachen Schwimmkurs fand er schnell seinen Rhythmus, zeigte sich mit seiner Schwimmzeit allerdings nicht ganz zufrieden.

Nach dem Wechsel auf das Rad warteten 90 schnelle und überwiegend flache Kilometer. Lucas konzentrierte sich darauf, seine Leistung eher locker abzurufen, um möglichst viele Kräfte für den abschließenden Halbmarathon zu sparen.

Diese Strategie ging auf: Mit 2:19:11 Stunden fuhr Lucas einen sehr starken Radsplit.

Auch beim abschließenden Halbmarathon zeigte sich, dass die Kraft gut eingeteilt war. Auf den drei Runden durch den Sportpark Duisburg fand Lucas gut in seinen Rhythmus und lief die 21,1 Kilometer mit einer Zeit von 1:44:53 Stunden.

Das Radkurs führte auch über die „Brücke der Solidarität“, die den Rhein quert.

Nach insgesamt 4:58:43 Stunden überquerte der „MANNschaftler“ die Ziellinie und blieb damit deutlich unter der Marke von fünf Stunden“

Auch in der Gesamtwertung konnte er sich weit vorne platzieren:

• Gesamtplatz: 394 von 2.035

• Altersklassenplatz: 59 von 206

• Geschlechterwertung: 360 von 1.491

Für Lucas bedeutete das einen äußerst erfolgreichen Wettkampftag mit einer starken Gesamtleistung über alle drei Disziplinen.

Die Regattabahn ist eine tolle Kulisse für das Schwimmen.

Marcels Plan: ins Ziel – zehn Wochen nach einem Schlüsselbeinbruch.

Bereits der Start selbst stand unter besonderen Vorzeichen. Nur rund zehn Wochen zuvor hatte Marcel sich bei einem Unfall das Schlüsselbein gebrochen und musste operiert werden. Die Verletzung hatte insbesondere die Vorbereitung im Schwimmen massiv eingeschränkt. Entsprechend war für Marcel lange unklar, wie gut die 1,9 Kilometer im Wettkampf funktionieren würden.

„Das Schwimmen war definitiv der schwierigste Teil. Nach der Operation konnte ich nicht vernünftig trainieren und wusste deshalb nicht genau, was mich im Wettkampf erwartet.“

Marcel absolvierte die Schwimmstrecke schließlich in 45:29 Minuten. Nach 5:20 Minuten in der ersten Wechselzone ging es auf die 90 Kilometer lange Radstrecke.

Hier konnte er seinen Rhythmus finden und seine geplante Leistung abrufen. Mit 2:30:40 Stunden zeigte er einen für die schwierigen Voraussetzungen starken Radsplit.

„Mit meiner Leistung auf dem Rad bin ich sehr zufrieden. Das lief für mich richtig gut“, erzählt er.

Nach weiteren 3:31 Minuten in der zweiten Wechselzone warteten noch 21,1 Kilometer Laufen.

Ein starker Halbmarathon von Marcel!

Und genau hier folgte die größte positive Überraschung des Tages: Marcel fand gut in den Lauf und absolvierte den Halbmarathon in 1:59:41 Stunden. Damit blieb er sogar unter der für ihn vor dem Rennen kaum erwarteten Marke von zwei Stunden. „Das Laufen war mein persönliches Highlight. Mit einer Zeit unter zwei Stunden hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet“, so sein frohes Resümee.

Nach insgesamt 5:24:39 Stunden überquerte Marcel die Ziellinie. „Dass ich zehn Wochen nach dem Schlüsselbeinbruch überhaupt am Start stehen und den Wettkampf so beenden konnte, macht mich besonders stolz.“

Zwei Athleten, zwei Geschichten – ein erfolgreicher Wettkampftag. Während Lucas Benten mit 4:58:43 Stunden die Fünf-Stunden-Marke knackte, stand für Marcel Häbel vor allem die Rückkehr nach einer schweren Verletzung im Mittelpunkt. Beide zeigten, wie unterschiedlich die Wege zu einem erfolgreichen IRONMAN 70.3 sein können.

Für Lucas war es ein sportlich überzeugender Wettkampftag mit einer Platzierung im vorderen Bereich. Für Marcel war es zehn Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch vor allem ein persönlicher Erfolg und ein besonderer Saisonhöhepunkt.

Fotos: sportograf.com

Die beiden Sportler aus dem Westerwald.

Das hätte sicherlich auch Raiffeisen gefallen!

„Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“: Dieser berühmte Ausspruch Friedrich Wilhelm Raiffeisens unterstreicht nicht nur den bis heute fortwirkenden Genossenschaftsgedanken – der wie die „MANNschaft“ und „MANN Strom“ aus dem Westerwald stammt –, sondern lässt sich auch prima auf den Mannschaftssport übertragen. Teamgeist und Solidarität sind dort schließlich ebenso wichtige Säulen für den gemeinsamen Erfolg.

Start zum gelungenen Event. Fotos (3): United Teams Rhein-Neckar e.V.

Was wäre da passender, als im Geburtsort des aus Hamm (Sieg) stammenden Begründers der modernen Genossenschaften einen regionalen Ausdauerwettkampf auszutragen? Die „MANNschaft“ wurde beim dortigen „Raiffeisentriathlon“ in diesem Jahr von vier motivierten Mitgliedern vertreten.

Anspruchsvolle Streckenprofile, sommerliche Temperaturen und zahlreiche Höhenmeter: Eine sportliche Herausforderung im heimatlichen Westerwald hat den Athleten der „MANNschaft“ alles abverlangt. Der „Raiffeisentriathlon Hamm (Sieg)“ ist der Dritte von insgesamt vier Wettkämpfen der 2. RTV-Liga (Rheinland-Pfälzischer Triathlon-Verband) – ein Sprinttriathlon mit 500 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und sechs Kilometern Laufen.

Bei dem in diesem Jahr erst zum fünften Mal ausgetragenen Wettbewerb – laut Veranstaltern ist er eine der jüngsten nationalen Ausdauersportveranstaltungen – traten auch die „MANNschaftler“ Benjamin Klöckner, Erhan Sigircio, Sebastian Wolf und Aaron Rieker an, um das „kleine Jubiläum“ des Westerwälder Events „mitzufeiern“.

Der Wettkampf begann im idyllisch gelegenen Waldschwimmbad Thalhausermühle. Das größte Naturfreibad der Region bot mit seiner beschaulichen Kulisse einen gelungenen Start in den Renntag.

Anschließend wartete auf die Sportler die intensive Radstrecke über vier Runden auf schmalen und kurvenreichen Straßen rund um Hamm. Mit etwa 130 Höhenmetern pro Durchgang und einem ständigen Wechsel aus kurzen Anstiegen und schnellen Abfahrten war die Strecke anspruchsvoll. Kaum hatte man einen Anstieg bewältigt, folgte bereits der nächste. Ein Rhythmus, der die Beine zunehmend schwer werden ließ.

Doch diese durften nicht müde werden, galt es doch noch, den Abschluss des Triathlons zu meistern: die Laufstrecke, die sich teilweise mit dem Radkurs überschnitt. Zwei Runden à drei Kilometern führten die Athleten schließlich ins Ziel.

Stolz konnten die Mitglieder der „MANNschaft“ über den erfolgreich absolvierten Dreikampf sein und freuten sich über super Ergebnisse. Benjamin Klöckner kam auf eine Gesamtzeit von 1:21:05 Stunden. Erhan Sigircio benötigte für den Triathlon 1:24:46 Stunden, Sebastian Wolf schloss den Wettkampf mit 1:29:52 Stunden ab und Aaron Riekers Gesamtzeit betrug am Ende 1:34:43 Stunden.

Das Fazit der „MANNschaft“ fiel nicht nur wegen der tollen Ergebnisse sehr positiv aus. Die Veranstaltung bot sportliche Herausforderungen auf hohem Niveau und ein landschaftlich reizvolles Erlebnis – und das alles in einer familiären Atmosphäre. Unterschiedliche Wettkampfformate, anspruchsvolle Streckenprofile und sommerliche Bedingungen sorgten dafür, dass Ausdauer, Tempohärte und Kampfgeist gleichermaßen gefragt waren. Das hätte sicherlich auch Raiffeisen gefallen!

Benjamin, Erhan (1. u. 2. v. li.) sowie Aaron und Sebastian (3. u. 4. v. re.) haben den Wettbewerb mit tollen Ergebnissen bestritten.