Wirklich verdient

Als eine Truppe Sportbegeisterter rund um Hans-Jörg Sievers zum ersten Mal den „Hachenburger Löwenlauf“ organisierte, da umfasste das Teilnehmerfeld bereits beachtliche 250 Sportler. 40 Jahre liegt die Premiere nun zurück, und bei der diesjährigen Jubiläumsauflage sind, über alle Wettbewerbe, mehr als 1.500 Aktive am Start gewesen! Beim Halbmarathon und auf der 10,5-Kilometer-Distanz stark vertreten: „die MANNschaft“ – der Verein, der von „MANN Naturenergie“ unterstützt wird und mit seinem Trikotaufdruck den echten Grünstrom des Sponsors bewirbt. Am Ende wird diese Gemeinschaft unter anderem den Preis für das größte Team beim 40. „Hachenburger Löwenlauf“ mit heim nehmen.

Den Anfang machen stets die Bambini…

„Wir waren damals eine Gruppe von acht, zehn leistungsorientierten Hobbysportlern im DJK Marienstatt“, erzählt Hans-Jörg Sievers über die Anfänge der heute bei vielen Läufern aus ganz Rheinland-Pfalz, aber ebenso dem benachbarten Nordrhein-Westfalen und Hessen ausgesprochen beliebten Veranstaltung. „Und dann haben wir irgendwann, weil wir von Wochenende zu Wochenende da hingefahren sind und da hingefahren sind zu Läufen, gesagt: ‚Mensch, lasst uns doch mal in Hachenburg auch so etwas machen.‘“

Werbetrommel

…bevor die „Großen“ wie Caglar auf ihre Strecken dürfen.

„Ja, und so ist alles sukzessive gewachsen“, fährt Sievers fort, „ich bin ein Hachenburger Kind, kenne viele Leute. Drei Jahre später ist die ‚Westerwald-Brauerei‘ mit eingestiegen. Und die haben damals schon recht professionell die Werbetrommel für uns gerührt (siehe auch „Gutes regionales Miteinander“).“

Hilfe

Ebenfalls drei Jahre nach der Premiere begann der Verein DJK Marienstatt damit, den Reinerlös der „Löwenläufe“ für soziale Projekte in Indien zur Verfügung zu stellen. Er hat mitgeholfen, dass dort Kinderheime und eine Dorfambulanz im Süden des Landes möglich wurden.

Das soziale Engagement habe dem „Löwenlauf“ auch noch mal einen Drive gegeben“, ergänzt Sievers: „Wir haben in den ersten 15 Jahren rund 200.000 D-Mark nach Indien schicken können. Auch das Spenden-Engagement entwickelte sich weiter, wurde zunehmend professioneller, wie die gesamte Sportveranstaltung“, so Hans-Jörg Sievers.

Erhan ist hier noch ohne Stein im Schuh unterwegs.

Gruß

Zusammen mit Werner Reinscheid kümmert sich der langjährige Cheforganisator beim Jubiläums-„Löwenlauf“ um einen Getränkeausschank vor der Rundsporthalle, die gleich neben Start und Ziel des Wettbewerbs liegt. In dem Gebäude gibt es Verpflegungsstationen, Duschen und eine Menge Sitzgelegenheiten für die Athleten; die Siegerehrung findet dort statt. Mitstreiter Sievers‘ haben ihm neben dem Podium einen liebevollen Gruß und eine Anerkennung für die 40 Jahre seines Mittuns aufgebaut: einen Liegestuhl, damit sich der Organisator nun aber einmal ausruhen möge…

Clarissa kommt auf der 10,5-Kilometer-Runde auf jenes Teilstück, das auch Strecke der Halbmarathon-Läufer ist.

Übernahme

Hans-Jörg Sievers (links) und Werner Reinscheid sind seit Jahrzehnten dabei. „Wenn wir im Pavillon stehen, kommen ganz viele Leute, auch etliche von weit weg: ‚Och, Hans-Jörg, dass wir dich noch einmal sehen!‘“, berichtet Reinscheid.

Dessen Aufgaben hat vor neun Jahren Kevin Walterschen übernommen. Zu ihrer Zeit sei alles noch etwas anderes gewesen als beim Nachfolger, meint Werner Reinscheid dazu. Hans-Jörg Sievers arbeitete quasi nebenan als Schulleiter und hat das Sekretariat der Bildungseinrichtung durchaus in organisatorische Dinge für den „Löwenlauf“ eingebunden. Das wäre heute vermutlich nicht so leicht vorstellbar.

Super Stimmung am Streckenrand!

„Nachdem ich in den Ruhestand gegangen bin, habe ich irgendwann gefunden, dass andere Leute das fortführen müssen“, erklärt Sievers. „Und Kevin hat das wirklich immer toll gemacht. Als wir den Lauf organisiert haben, da haben wir uns ab September alle zwei Wochen mit 15, 20 Leuten oben in der Schule getroffen. Jetzt veranstaltet der Kevin drei Videokonferenzen von je 20 Minuten – und ist genauso effektiv und genauso toll. Ich kann nur hoffen, dass er das noch lange macht.“

Auch Sebastian läuft die 10,5 km.

Erhan Sigircio bekommt von den Schilderungen der Macher unterdessen nichts mit: Er ist auf der Halbmarathon-Strecke unterwegs, als Zweitschnellster der „MANNschaft“ und späterer Gesamtfünfter, wird nach den 21,5 Kilometern in 1:25:34 hinter seinem Teamkollegen Robin Graf (Gesamtvierter) finishen, der in 1:25:11 ins Ziel kommt. Aber wie das so ist mit leistungsbereiten Sportlern: Sind sie erst im Flow, stoppt sie so leicht nichts mehr. Bei Kilometer acht nämlich hatte sich Erhan offenbar einen Stein in den Carbon-Schuh (!) gelaufen. Er habe zwar gemerkt, dass da etwas ist, etwas drückte, doch anstatt anzuhalten (und einige Sekunden zu verlieren), um den Störenfried zu beseitigen, läuft er einfach weiter. Nach dem Zieleinlauf jedoch muss er sich sogar in medizinische Behandlung begeben: Der Fremdkörper hatte sich durch den Schuh in Erhans Fuß gebohrt. Neben der – aus Anlass des „40.“ eigens gestalteten – Finisher-Medaille hat er bedauerlicherweise eine Fleischwunde mit nach Hause genommen.

Ein origineller Dank an Hans-Jörg Sievers für den 40-jährigen Einsatz. Fotos: Schmalenbach, Bakic

Doch insgesamt ist das Event einmal mehr perfekt über die Bühne gegangen. Obwohl man im Oktober schon deutlich im Herbst ist, ist der Wald noch am Wettkampftag wunderbar belaubt, durch den die Kurse führen. Im vergangenen Jahr lagen schon mehr bunte Blätter am Boden. Nicht wenige Läufer, die zum ersten Mal teilnehmen, sind überrascht und nach dem Wettbewerb voll des Lobes, welche schöne Strecke sie erlebt haben. Auf der bekommt man einfach einen wunderbaren Eindruck vom Hachenburger Westerwald, selbst wenn man sich auf Pace und Atmung konzentriert.

Steigerung

„Ablauf und Organisation der Jubiläumsausgabe war nicht anders als sonst“, schüttelt Kevin Walterschen den Kopf. „Wir haben uns ein bisschen zusätzliche Arbeit gemacht, indem es Jubiläumsshirts gab und wir andere Medaillen haben machen lassen. Beides läuft sonst im Prinzip so durch. Die Abläufe waren aber sonst identisch – und schön ist, dass sich durchaus einige zusätzliche Sportler vom Jubiläum haben motivieren lassen! Denn wir haben das Teilnehmerfeld um insgesamt 300 Starter gesteigert.“

Kevin Walterschen ist mit dem Ablauf zufrieden.

„Es war schön!“, urteilt auch Clarissa Gilles. Die Läuferin der „MANNschaft“ ist mit 46:10 Minuten schnellste Frau auf der 10,5-Kilometer-Distanz des „Löwenlaufs“. Zunächst habe sie etwas Sorge gehabt, dass es etwas kalt sein könnte, „aber es war gar nicht so schlimm. Eigentlich hatten wir gutes Laufwetter – okay, vielleicht hätte es ein paar Grad wärmer sein dürfen, aber es war Regen angesagt, dafür war es topp.“ Die sechs Kilometer, die es, aus Hachenburg kommend, bergauf gegangen ist, seien anstrengend gewesen, meint die Siegerin. „Ich dachte erst, ich hätte berghoch zu viel gemacht, aber im Endeffekt war es dann doch alles gut. Ich bin zufrieden. Ein schöner Lauf, eine schöne Strecke, und es sind viele Leute da, die Stimmung ist bombig.“

Abschluss

Von der Kindergartengruppe bis zum Halbprofi: Man merkt, dass die Veranstaltung den Menschen eine Menge Freude bereitet – Teilnehmern wie Begleitpersonen oder Zuschauern: alle haben wirklich Spaß. „Es gibt Bambinis, die sind als Kinder vor 10 oder 20 Jahren gelaufen, sind dann weiter gelaufen oder haben auch Triathlon gemacht und nehmen heute als Erwachsene den ‚Löwenlauf‘ als ihren Saisonabschlusslauf im Herbst. Die sind damit großgeworden – das ist schon toll!“, sagt Werner Reinscheid.

Jana biegt auf den letzten Kilometer ein.

Markt

Früher, das erzählt er ebenso, seien Start und Ziel sogar noch in Hachenburgs „Guter Stube“ aufgebaut worden, auf dem alten Marktplatz der Barockstadt gleich neben dem sehenswerten Löwenbrunnen. „Da war die Kulisse eine zusätzliche Romantik. Da haben viele gesagt, das sei so ein besonders schöner Zieleinlauf. Aber das ging irgendwann nicht mehr, weil sich immer mehr Teilnehmer angemeldet haben.“

Niedrigschwelligkeit

„Es sind viele, die von weit weg hierherkommen“, beschreibt der Ehrenamtler, „weil alles familiär ist.“ Wohl war: Das Angebot, das der ausrichtende Verein DJK Marienstatt den Sportlern mit dem alljährlichen Lauf macht, ist niedrigschwellig, herrlich unaufgeregt und alles andere als durchkommerzialisiert wie beispielsweise die großen Citymarathons in Berlin, Frankfurt oder München. Hier kann sprichwörtlich

Jedermann mitmachen. Man sieht das auch bei den Bambini-Läufen, hier kostet die Teilnahme für die Kleinen zwei Euro. Sechs Läufe für die Kleinsten werden angeboten, und auch Familien, die finanziell nicht gar so gut ausgestattet sind, sind mit ihren Kindern an die Startlinie gekommen.

Reiz

Nicht anders bei den Hauptläufen. Klar, hier sind ebenso Semiprofis am Start und Menschen mit einer farblich aufeinander abgestimmten Ausstattung mit vierstelligem Wert. In diesem Jahr wurde das Startgeld beim „Hachenburger Löwenlauf“ erhöht, um zwei Euro. Dennoch zahlt nur 17 Euro, wer auf die Halbmarathon-Strecke gehen wollte. Die geht bis zum Gräbersberg bei Hachenburgs Nachbarort

Benjamin kommt ins Ziel.

Alpenrod, der etwa bei Kilometer zwölf erreicht wird, durchaus ordentlich bergan. Insgesamt kommen auf den 21,5 Kilometern 260 Höhenmeter zusammen, die indessen den besonderen landschaftlichen Reiz des Westerwaldes erlebbar machen.

Qualität

Fachsimpeln nach dem Lauf.

Den Eindruck des günstigen sportlichen Freizeitvergnügens mit einer hohen Qualität und herrlichen Umgebung bestätigt Benjamin Klöckner, auch er im Trikot der „MANNschaft“ unterwegs und am Ende als Drittschnellster seines Vereins auf den 21,5 Kilometern nach 1:27:32 im Ziel: „Ich musste 19 Euro bezahlen, zwei mehr, weil ich nachgemeldet habe. Aber wo gibt es das noch, einen Halbmarathon für 19 Euro? Und das bei der wirklich tollen Organisation!“, betont der Gesamtzehnte des Halbmarathons.

Auf dieser längsten Strecke sind allein 17 Starter aus der „MANNschaft“ unterwegs gewesen. Beim 10,5-Kilometer-Lauf ist das Logo von „MANN Strom“ enorme 15-mal vertreten gewesen sowie fünfmal beim 6,3 Kilometer langen Jedermannlauf. Da sind die

Bier fürs größte Team und…

Treppchen für Clarissa.

sechs Fässchen „Westerwald Bräu“, die die ihrerseits den MANN-Grünstrom nutzende „Westerwald-Brauerei“ (siehe „Gutes regionales Miteinander“) als Sonderpreis für die größte Teilnehmergruppe beim 40. „Hachenburger Löwenlauf“ gestiftet hat, wohl wirklich verdient.

Uwe Schmalenbach




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Gutes regionales Miteinander

Noch ehe die Siegerehrung zu Ende ist, ist kein einziges Stück mehr übrig. Während Clarissa aus der „MANNschaft“ an der einen Seite der Hachenburger Rundsporthalle als schnellste Frau auf den 10,5 Kilometern des diesjährigen „Hachenburger Löwenlaufs“ aufs Treppchen steigen darf (siehe „Wirklich verdient“), gibt es auf den Tischen des morgens auffallend üppig gefüllten (Kuchen-)Buffets gegenüber höchstens noch eine Handvoll halbe Brötchen und einige Bockwürste für hungrige Sportler.

Jens Geimer (ganz links), Chef der „Westerwald-Brauerei“, unterstützt die Region, den „Löwenlauf“ und wie „MANN Energie“ ebenso die „MANNschaft“ .

Zehn bis zwölf Fleißige stemmen im Orgateam die notwendigen Vorbereitungen zum „Hachenburger Löwenlauf“, wozu auch die Planung und Beschaffung der Verpflegung gehört. Am eigentlichen Wettkampftag jedoch ist selbstverständlich erheblich mehr Manpower vonnöten.

Während es sonst in den letzten Jahren mitunter schwieriger geworden war, Helfer zu finden, seien für die 2026er-Austragung viele proaktiv auf ihn zugekommen, beschreibt Cheforganisator Kevin Walterschen. „Somit hatten wir dieses Mal erstmals seit vielen Jahren überhaupt keine Not“, freut er sich. „Heute morgen war es erst nass und kalt. Und da muss man als Helfer auch erst einmal Lust haben, den Samstag irgendwo in der Prärie am Verpflegungsstand zu stehen oder die Läufer auf der Strecke zu halten“, lacht er.

Den freien Samstag „in der Pampa“ verbringen: Helfer bauen den ersten Verpflegungspunkt auf.

Genau das tun unter anderem Mitglieder der DLRG-Ortsgruppe Altenkirchen, die zur Unterstützung nach Hachenburg gefahren sind. „Wir hatten gefragt, ob wir helfen können und sind jetzt für verschiedene Aufgaben eingeteilt worden“, erläutert Jonas Lang. „Wir weisen den Anreisenden den Weg zu den Parkplätzen, bringen die immer super schnell losrennenden Bambinis auf den richtigen Weg, und bei den ‚Großen‘ helfen wir bei der Verpflegung, geben unterwegs Wasser und ‚Energie‘ aus.“

Gemeinschaft

Mukades Gend weist einem Verkehrsteilnehmer den Weg. Straßensperrungen wegen des Wettbewerbs machen Umleitungen erforderlich, damit die Läufer sicher unterwegs sein können.

Die DLRG-Mitglieder sagen, dass es Spaß mache, sich einzubringen für andere. „Und außerdem ist es ja auch unsere Gemeinschaft im Verein, die wir zusammen erleben.“ Lang berichtet, dass das Einsatzteam der DLRG-Ortsgruppe noch recht jung sei, „das haben wir nach der Flut an der Ahr aufgebaut. Und so langsam sind wir nun so weit, dass wir bei etwas wie dem ‚Löwenlauf‘ helfen können – und dann muss man eben auch gucken, wo wir uns einbringen können.“

Kuchenspende

Die Helfer, die sich in der Hachenburger Rundsporthalle um die Verpflegung der Teilnehmer kümmern, haben schon im Vorfeld des Wettbewerbs Dutzende Kuchenspenden gesammelt, im Spartensportverein DJK Marienstatt dafür geworben, wie dessen erste Vorsitzende Patricia Schuchmann schildert. „Wir haben alle Abteilungen und Trainingsgruppen angesprochen“, berichtet sie, „alle tragen dazu bei.“

Phase

Hat sich der Initiator und langjährige Cheforganisator des „Löwenlaufs“, Hans-Jörg Sievers, eigentlich nie die Frage gestellt, warum er sich die selbstgewählte Aufgabe alljährlich „ans Bein gebunden“ hat? Sievers denkt nur kurz nach. „Ja, irgendwann in der Vorbereitung kommt so eine Phase, da denkst du: ‚Mein Gott, du bist ja ganz alleine‘“, entgegnet er, „aber das ist ja gar nicht wahr! Das alles läuft schlicht und einfach nur, wenn du so eine tolle Mannschaft hast, wie wir sie immer gehabt haben.“

Verwandte

Helfer Frank aus dem aktuellen Orgateam kauft vor dem „Löwenlauf“ alles ein, was an der Verpflegungsstation in der Rundsporthalle mit den vielen gespendeten Kuchen sonst noch so benötigt wird, vom Kaffee bis zur Bockwurst. Bei der Ausgabe braucht man dann jedoch wieder Freiwillige. „Wir haben am Veranstaltungstag selbst viele Helfer, die sonst mit dem Sport nichts zu tun haben, jedoch mitmachen – Verwandte, Bekannte, Freunde. Oder der befreundete Verein FC Streithausen macht seit Jahren einfach so mit und kümmert sich um die Theke“, erklärt Patricia Schuchmann und deutet auf einen Ausschank an anderer Stelle der Sporthalle. „Dann haben wir bei der Medaillenausgabe viele Freiwillige – das sind oft Schülerinnen. Von daher sind wir am Tag selbst außerhalb des Orgateams, die wir uns schon seit April auf den Tag vorbereiten, insgesamt mit Streckenposten und an Verpflegungspunkten oder Absperrungen an den Strecken mit mindestens 100 Leuten im Einsatz – die nichts dafür wollen, sondern einfach hierher kommen und helfen.“

Miete

Gleichwohl: Geld kostet den Ausrichterverein etwa das Auslegen des Sporthallenbodens, damit dieser nicht beschädigt wird. Ebenso sind Beschallungsanlagen zu mieten und anderes mehr. Weshalb, das macht Patricia Schuchmann deutlich, ohne die Sponsoren genauso wenig gehen würde wie ohne die „kostenlosen“ Helfer. „Und uns helfen noch mehr Stellen: Der Bauhof unterstützt uns super, die Halle als solche wird uns zur Verfügung gestellt und vieles mehr – das läuft Hand in Hand.“

Heimat

Neben anderen Akteuren, die dafür sorgen, dass der „Löwenlauf“ überhaupt stattfinden kann, ist die „Westerwald-Bank“, die in Hachenburg ihren Sitz hat, ebenfalls alljährlich zur Stelle. Genauso wie die „Westerwald-Brauerei“, deren Heimat gleichermaßen die Barockstadt ist und deren Betrieb quasi auf der anderen Straßenseite des Start- und Zielbereichs der Sportveranstaltung liegt.

Alle Überschüsse aus Kuchenverkauf und anderem – alljährlich 4.000 bis 6.000 Euro – werden nach dem „Hachenburger Löwenlauf“ für mildtätige Zwecke gespendet, wie Patricia Schuchmann schildert. Fotos: Schmalenbach, Bakic

Zur „MANNschaft“ besteht noch eine ganz besondere Verbindung dieses wichtigen Sponsors: Nicht allein, dass die Bierbrauer um Chef Jens Geimer die Sportler das ganze Jahr über mit Alkoholfreiem versorgen, das die Aktiven gerne nach Wettkämpfen als isotonisches Getränk zur Regeneration trinken – die Brauerei arbeitet ihrerseits mit dem Trikotsponsor „MANN Strom“ zusammen und nutzt dessen „grüne Energie“ beispielsweise zum Kühlen der Reifetanks, in denen das „Hachenburger Pils“ oder „Westerwaldbräu“ ihren Geschmack bekommen. Ein schöner Schulterschluss also zwischen zwei heimischen Unternehmen, die zusammenarbeiten und zugleich dem Gemeinwohl dienend den Gedanken eines guten regionalen Miteinanders leben.

Kombination

Denn auch das ist der „Hachenburger Löwenlauf“ jenseits aller Bestzeiten: Ein gelungenes Beispiel, wie in der Kombination aus Ehrenamt, Sponsoring und Freude an der Bewegung eine Veranstaltung selbst in Zeiten überall knapper werdender Kassen stattfinden kann, die so vielen so viel Freude macht, dass dafür Teilnehmer sogar von weit her anreisen. Auch, wenn der gespendete Kuchen am Ende des Events vielleicht einmal nicht für alle reichen sollte…

Viele Rekorde beim „Köln Marathon“ – die „MANNschaft“ mittendrin!

Partystimmung, Volksfestcharakter – zuweilen sogar ein bisschen „Kölscher Karneval“: Das bereits zum 28. Mal ausgetragene Sport-Highlight in Nordrhein-Westfalens größter Stadt steht seit jeher im Zeichen des rheinischen Frohsinns. Auch die Mitglieder der „MANNschaft“ ließen sich das Event nicht entgehen und waren mit neun Läufern vor Ort.

Foto: Sportograf.com

Der „Generali Köln Marathon“ begeistert zahlreiche Lauf-Enthusiasten und konnte in diesem Jahr sogar einen Rekord von über 40.000 Teilnehmern in allen Formaten verbuchen. Die Laufstrecken der einzelnen Disziplinen führen die Teilnehmer durch verschiedene „Veedel“, in denen ein stets ausgelassenes Publikum ordentlich für Stimmung sorgt. So war es auch in diesem Jahr.

René bleibt am Ende unter drei Stunden. Foto: Sportograf.com

Bei fast schon sommerlich anmutenden Temperaturen, die vielleicht ebenso einen Anteil daran hatten, dass die Straßen von Anfang an mit etlichen gut gelaunten Zuschauern gefüllt waren, machten sich über 20.000 Läufer des Halbmarathons bereits um 08:30 Uhr am Bahnhof Deutz auf die 21,09-Kilometer-Strecke in Richtung Kölner Dom. Das berühmte Wahrzeichen der Rheinmetropole – seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbestätte – ist natürlich das Ziel in allen Wettbewerben des „Generali Köln Marathons“, zu denen etwa auch ein Schulmarathon gehört. Bevor die Halbmarathon-Läufer den Endpunkt erreichten, ging es für sie unter anderem über den Hohenzollernring, durch Ehrenfeld und am Neumarkt entlang.

Während unter den Siegern der Männer und Frauen die Streckenrekorde purzelten, erzielten auch die Läufer der „MANNschaft“ tolle Ergebnisse im Halbmarathon. Benjamin Klöckner kam in starken 1:24:39 Stunden ins Ziel, Dennis Pauschert absolvierte das Rennen in 1:36:43 Stunden und Marek Ermert lief in 1:44:30 Stunden; tolle Leistungen erbrachten gleichfalls die „MANNschaftlerinnen“ Maja Reifenrath (1:48:23 Stunden), Franziska Stahl (1:54:32 Stunden) und Linda Bruch (1:58:48 Stunden).

Um 10:30 Uhr fiel dann der Startschuss für über 13.000 Marathonteilnehmer auf doppelter Distanz von 42,195 Kilometern. Auch diese Strecke bot zahlreiche eindrucksvolle Ansichten der Domstadt. So liefen die Marathonis etwa am Schokoladenmuseum vorbei, passierten die Bismarcksäule und genossen den Jubel in der belebten und urkölschen Südstadt. Trotz immer wärmeren Temperaturen gab es auch im Marathon unter den Siegern im Herren- wie im Damenfeld Streckenrekorde.

Dennis ist beim Halbmarathon angetreten.

Auf Seiten der „MANNschafts“-Athleten überragte René Metzger mit einem beeindruckenden Marathon unter drei Stunden in 2:57:50 Stunden. Christian Schön blieb, wie von ihm erhofft, unter vier Stunden und erreichte das Ziel nach 3:54:02 Stunden. Katja Grimm komplettierte das Trio nach 4:54:57 Stunden bei ihrer Ankunft an der Komödienstraße am Fuße des Doms, dem Endpunkt des Laufs.

Ob die Rheinüberquerung auf der Deutzer Brücke mit fantastischem Blick auf die Altstadt, das imposante „Menschen-Meer“ am Hotspot Friesenplatz oder der Zieleinlauf im Schatten des majestätischen Doms: Alle Teilnehmer des von „MANN Naturenergie“ gesponserten Sportvereins waren begeistert von der außergewöhnlichen Stimmung vor Ort – und werden auch 2027 wieder zahlreich am Start sein.

Was für eine Aufholjagd

Vom Westerwald auf den Prinzipalmarkt in Münster: Der „Sparkassen Münsterland Giro“ ist eine der größten Radsportveranstaltungen Deutschlands, und 2026 – im Jubiläumsjahr – ist mit Florian Zilz auch ein entschlossener „MANNschaftler“ mit von der Partie gewesen: Mit Formstärke und Motivation „im Gepäck“ sollte für Florian beim im Rahmen des westfälischen Klassikers ausgetragenen „LeezenCup – Cup der LBS“ alles rundlaufen – eigentlich.

Der Grund für die Zwangspause am Straßenrand…

Für Hobbysportler bietet der „Sparkassen Münsterland Giro“ die „LeezenCups“, die am Münsteraner Prinzipalmarkt beginnen und am Schlossplatz der westfälischen Friedensstadt enden. Florian Zilz aus der „MANNschaft“ hatte sich für die längste der drei möglichen Routen, die 125-Kilometer-Strecke mit rund 800 Höhenmetern, entschieden und ist um Viertel nach zehn am Morgen aus Startblock A des „LeezenCup – Cup der LBS“ losgefahren. Bei fast 20 Grad ist es ein wunderschöner Herbsttag mit perfekten Bedingungen gewesen.

Lange ist Florian – bei herrlichem Wetter durchs Münsterland – in der Spitzengruppe gefahren. Foto: Christoph Steinweg

Die anspruchsvolle Strecke führt unter anderem über Billerbeck, Darup und Coesfeld wieder zurück nach Münster und ist von vielen längeren Anstiegen geprägt. Florian konnte sich in der Spitzengruppe zunächst relativ weit vorne halten. Nach einem Sturz im Feld musste er eine Lücke zufahren, was ihm gut gelang. Bis Kilometer 56 lag sein Schnitt bei rund 42 km/h, und die meisten Höhenmeter waren geschafft.

Florian verlor 45 Minuten.

Doch dann der Rückschlag: Florians Rad hatte einen Platten, den er unterwegs nicht reparieren konnte! Rund 45 Minuten wartete der „MANNschaftler“ daraufhin am Streckenrand, hatte das Rennen innerlich schon abgehakt und rechnete fest damit, von dem Besenwagen aufgelesen werden zu müssen. Immerhin: Es wäre seine erste Fahrt darin gewesen… Seine komplette Verpflegung hatte Florian aufgrund dieser Annahmen schon an einen Mitfahrer verschenkt.

Doch es sollte anders kommen. Statt des Besenwagens traf ein Materialwagen des Dienstrad-Leasinganbieters „Lease a Bike“ – ein Partner des Rennens – ein, und dessen Besatzung machte Florians Rad wieder flott. Vor ihm lagen nun 60 Kilometer Einzelzeitfahren – dem Feld hinterher –, und das ohne Verpflegung. Florian brachte all seinen Kampfgeist auf und überholte sogar viele Mitstreiter. Schließlich fuhr er bis ins Ziel noch einen knappen 37-er Schnitt. Was für eine Aufholjagd!

Ohne die Reifenpanne wäre Florian wahrscheinlich mit der ersten Gruppe angekommen. So ist der technische Defekt zwar ärgerlich, aber Florians Form stimmt. Jetzt liegt sein Fokus vor allem auf dem renommierten „Flanders Legacy Gravel“ im belgischen Leuven am 18. Oktober.

Doch sein Blick geht auch immer noch zurück ins Münsterland – voller Dankbarkeit an das Serviceteam, das sein Rennen gerettet hat.

Die herrliche Kulisse des Prinzipalmarktes. Foto: Stadt Münster/Maren Kuiter





Ausdauer und Orientierung

Einen festgelegten Kurs gibt es nicht, geschweige denn eine detaillierte Streckenkarte. Stattdessen bekommen alle Teilnehmer des „Rufs der alten Mauern“ nur einige Koordinaten, und das auch erst am Tag vor dem eigentlichen Wettkampf: So lassen sich die Rahmenbedingungen der ersten Austragung dieses ungewöhnlichen Trail-Marathons im Landkreis Neuwied umschreiben. Erhan aus der „MANNschaft“ ist bei der Premiere des Orientierungslaufs zwischen Burgen und Schlössern im Westerwald an den Start gegangen – und hat den 40-Kilometer-Wettstreit direkt für sich entschieden!

Die Burg Sayn liegt oberhalb des gleichnamigen Schlosses. Foto: Mahlow Media/Romantischer Rhein Tourismus GmbH

Es geht nicht nur um Ausdauerkondition, mentale und muskuläre Stärke: Bei dem von „Katjas Laufzeit“ veranstalteten Event zählen Orientierungsvermögen und eine gute Routenplanung nicht minder. Die Sportler, die auf Strecken von 25 bis zu 90 Kilometern gehen konnten, erhalten die Koordinaten verschiedener Burgen und Schlösser der Region. Aufgabe ist es, den besten Weg zu sämtlichen Punkten zu finden, sie besucht zu haben und anschließend wieder zum Ausgangspunkt und Ziel am Dorfgemeinschaftshaus in Isenburg zurückzukehren.

Erhan hat die 40-Kilometer-Distanz gewählt, zu der auch 700 Höhenmeter gehörten. Und vier Ziele: die Burgruine Isenburg unweit des Starts, die Burg Altwied, Schloss Neuwied und die oberhalb des gleichnamigen Schlosses gelegene Burg Sayn. Die Reihenfolge, so das Reglement des Wettbewerbs, ist frei wählbar – es galt eben nur, an allen Zielen gewesen zu sein, was per GPS-Tracker überwacht worden ist.

Die Burgruine Isenburg im Westerwald, unweit des Starts des Marathons. Foto: Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Auf Erhans Kurs erwies sich der rund sieben Kilometer lange Abschnitt zur Burg Altwied als besonders anspruchsvoll. Steile Anstiege auf schwer laufbaren Waldwegen mit mehr als zehn Prozent Steigung und ebenso heftige Abstiege forderten heraus. Anschließend lief der Sportler im Trikot der „MANNschaft“ zum Schloss Neuwied und weiter zur Burg Sayn. Von dort ging es über sechs Kilometer zurück ins Ziel am Dorfgemeinschaftshaus.

Dort wurden auf der 40-Kilometer-Distanz 13 männliche Finisher in die Ergebnisliste eingetragen. Auf deren Platz 1: Erhan in 3:19:51 – mit einem Vorsprung von fast 38 Minuten auf den Zweitplatzierten!

„Der Ruf der alten Mauern ist mehr als ein Lauf – es ist ein Abenteuer, das Strategie, Ausdauer und Orientierung vereint“, so heißt es auf der Website der Veranstalterin. Diese kombinierte Anforderung hat Erhan demnach offenkundig am besten lösen können.




Im zweiten Abschnitt noch schneller

Er wollte unter 3:45 bleiben: Zum Abschluss seiner ereignisreichen Wettkampfsaison ist der Malberger Ausdauersportler Niklas Schütz aus der „MANNschaft“ beim 52. „BERLIN-MARATHON“ an den Start gegangen.

Der Wettbewerb zählt zu den größten und bekanntesten Marathonevents und ist ein zweitägiges Lauf- und Skatefest der Superlative mit mehr als 84.000 Teilnehmern aus 162 Nationen! Allein über 56.000 Läufer hatten sich 2026 für den Run durch die deutsche Hauptstadt angemeldet.

Der erreichte sportlich ebenfalls ein bemerkenswertes Niveau: Gemessen an der Summe der Siegerzeiten bei den Männern und Frauen war Berlin in diesem Jahr mit insgesamt 4:13:54 Stunden das zweitschnellste Marathonrennen der Welt. Nur der Chicago-Marathon 2024 übertraf dieses Ergebnis mit einer addierten Siegerzeit von 4:12:40 Stunden.

Auch Niklas ist im Trikot mit dem Logo von „MANN Strom“ sehr flott unterwegs gewesen! Ihm gelang eine überzeugende Renneinteilung, so dass er die erste Hälfte der 42,195 Kilometer langen Herausforderung in 1:51:11 Stunden absolvieren konnte. Und auf den zweiten 21,1 Kilometern legte er sogar noch einmal zu! Mit 1:49:52 Stunden war dieser Abschnitt knapp anderthalb Minuten schneller als der erste.

Dabei stand für Niklas in Berlin gar nicht die Verbesserung seiner persönlichen Bestzeit von 3:28:03 Stunden im Vordergrund, die er beim Frankfurter Marathon des Jahres 2025 aufgestellt hatte. Nach einer außergewöhnlich vielseitigen Wettkampfsaison bildete der „BERLIN-MARATHON“ für ihn vielmehr den diesjährigen Schlusspunkt seines Wettkampfjahres.

Im Gesamtklassement belegte Niklas Rang 14.112, in der Männerwertung Platz 11.296. Mit einer Zeit von 3:41:03 Stunden hatte er das Ziel am Brandenburger Tor erreicht – und ist damit deutlich unter seiner selbst gesetzten Marke von 3:45 Stunden geblieben.

Fotos: sportograf.com





Fünf (sehr) nasse „MANNschaftler“

Nicht Zug um Zug, sondern buchstäblich Bahn um Bahn: Für fünf Athleten der „MANNschaft“ ging es beim „Stadionlauf des CLV Siegerland“ um jede Sekunde. Immerhin galt es, beim 6. Wertungslauf des „Ausdauer-Cups 2026“ wertvolle Punkte zu sammeln – eine echte Willensleistung im plötzlich einsetzenden, strömenden Regen.

Foto: Frank Steinseifer



317 Teilnehmer traten in diesem Jahr beim „Bahnlauf“ in Wilnsdorfs Stadion am Höhwäldchen an, deutlich mehr als in den Vorjahren. Auch fünf Sportler der „MANNschaft“ sind beim Hauptlauf über 5.000 Meter zu starten. Für den von „MANN Naturenergie“ gesponserten Verein gingen Linda Graf, Siegmar Sendzik, Benedikt Weidenbruch, Dennis Pauschert und René Metzger auf die zwölfeinhalb Runden.

Konnten sich die Sportler zunächst noch über gutes Wetter freuen, verhießen die dunklen Wolken über ihnen nichts Gutes. Es kam, wie es kommen musste: Nach drei „trockenen“ Wertungsläufen öffneten sich plötzlich die Schleusen des Himmels, und die letzten beiden Rennen des Tages mussten im strömenden Regen bewältigt werden.

Engagiert trotzten die Läufer den schwierigen Bedingungen und kämpften sich über die 5.000 Meter erfolgreich ins Ziel. Die fünf Teilnehmer der „MANNschaft“ konnten sich letztendlich nicht nur über ihr starkes Durchhaltevermögen freuen, sondern ebenso über starke Ergebnisse. Dennis meisterte das Rennen in 20:49 Minuten, Benedikt kam auf 23:01 Minuten. Linda bezwang die Strecke in 25:35 Minuten, und Siegmar erreichte eine Zeit von 28:15 Minuten.

Der Schnellste der „MANNschaft“ war an diesem Tag René: Er lief nach tollen 19:53 Minuten ins Ziel und ist dabei bewusst mit kontrolliertem Tempo unterwegs gewesen. Bereits zwei Tage später wollte er nämlich im Rahmen des „Wäller Lauf-Cups“ einen flotten Halbmarathon absolvieren. Dieser sollte zugleich als Formtest auf dem Weg zum Köln Marathon dienen. Entsprechend teilte er sich seine Kräfte auf der nassen Bahn in Wilnsdorf ein.

Ergebnisse über 5.000 Meter

• René Metzger: 19:53 Minuten

• Dennis Pauschert: 20:49 Minuten

• Benedikt Weidenbruch: 23:01 Minuten

• Linde Graf: 25:35 Minuten

• Siegmar Sendzik: 28:15 Minuten