Gelungene Premiere auf der Mitteldistanz

Schwimmen in Deutschland, Radfahren in Luxemburg und Frankreich sowie Laufen in Luxemburg: Für dieses internationale Sporthighlight steht der „Ironman 70.3 Luxembourg“ eigentlich. Doch dann wurde es nur ein Duathlon. Lennard Schlimm aus der „MANNschaft“ hatte bei dem einzigartigen Event im Herzen Europas dennoch eine super Zeit!

Erste Disziplin: Radfahren. Foto: Dietmar Tietzmann/HighlanderTV

Für den „MANNschaftler“ sollte der „Ironman 70.3 Luxembourg – Région Moselle“ eine besondere Herausforderung werden, hat er bei dem Event im Dreiländereck doch seine erste Mitteldistanz erfolgreich absolviert. Gleichwohl ging der Wettkampf in diesem Jahr dann doch nicht durch drei Länder. Das geplante Schwimmrennen in der Mosel, das eigentlich im luxemburgischen Remich den Auftakt bilden und auch zur deutschen Seite des Flusses führen sollte, musste am Rennmorgen aufgrund einer gesundheitsgefährdenden Blaualgenkonzentration in de, Gewässer kurzfristig abgesagt werden.

So wurde der Wettkampf als Duathlon ausgetragen, und für Lennard und seine Mitstreiter ging es stattdessen in Remich auf der Radstrecke los. Im malerischen Moseltal führte die Schleife durch Luxemburg und Frankreich, vorbei an Felsformationen, Weinbergen und kleinen Dörfern. Auf dem 90 Kilometer langen Kurs überzeugte Lennard mit einer starken Leistung: Mit 2:55 Stunden erreichte er einen Durchschnitt von 31 km/h.

Lennard hat die Kulisse genossen. Foto: privat

Anschließend begab sich der „MANNschaftler“ auf die Laufstrecke. Drei Runden galt es auf der Moselpromenade in Remich zu bestreiten. Am Ufer des Flusses entlang konnten die Athleten nicht nur die reizvolle Gegend genießen, sondern sich ebenso über die Atmosphäre in der Gastgeberstadt freuen, in der zahlreiche Zuschauer für eine tolle Stimmung sorgten. Für Lennard lief es auch dabei sportlich gut: Er bewältigte den Halbmarathon in 1:57 Stunden.

Die hohen Temperaturen von rund 35 Grad und die intensive Sonneneinstrahlung machten den Wettkampftag zu einer echten Hitzeschlacht. Der Fokus lag vor allem darauf, die Belastung in der Wärme gut zu managen. Doch trotz der anspruchsvollen Bedingungen bleibt der „Ironman 70.3 Luxembourg“ Lennard in bester Erinnerung. Dafür sorgte schon allein die abwechslungsreiche Strecke entlang der Mosel, die den Athleten eine beeindruckende Kulisse bot.

Sicher auch 2027 als Gemeinschaft dabei

Thomas Müller ist sich nicht sicher, ob die Veranstaltung weiter wachsen könnte. Wenn man sich angesehen hat, wie wenig freien Raum es in den Wechselzonen beim diesjährigen „Mörsbachmän“ nur noch gab, muss man sich die Frage wohl stellen. Dasselbe Bild im Umfeld, an Getränke- und Essensständen, im Festzelt: „Ich bin eben über den Platz gegangen: So voll war es noch nie!“, nickt Müller. Der Sprint-Triathlon in der im Westerwald gelegenen Kroppacher Schweiz ist offenkundig überaus beliebt – auch bei der heimischen „MANNschaft“, die alleine mit der Rekordzahl von 34 Startern beim Wettbewerb vertreten und das weitaus größte Team gewesen ist!

Friedrich kommt aus dem Wasser. Fotos (13): Bakic

„Mörsbachmän“: Das ist ein absolut professionell organisierter Wettkampf, doch zugleich ein großes Volksfest in der Verbandsgemeinde Hachenburg. In der Gemarkung Obermörsbach entspringt der „Mörsbach“, der später in die Große Nister mündet und dem heute aus vier Ortsteilen bestehenden Mörsbach wohl seinen Namen gab.

Die Hitze flieht hinter Benjamin beim 40. „Mörsbachmän“.

Gunnar hat noch Zeit zum Grüßen.

Der Sportverein „SG Mörsbach“ wurde dort 1982 gegründet, und wenn der von der SG (in diesem Jahr bereits zum 40. Mal) veranstaltete Triathlon-Wettbewerbs ausgetragen wird, geht es um weit mehr als die 240 Meter Schwimmen im Dickendorfer Freibad, die Radstrecke über 20 Kilometer von dort über Elkenroth und Malbergzur Grillhütte Mörsbach oder die anschließende Laufrunde (5,5 Kilometer) um das Veranstaltungsgelände und durch den angrenzenden, vom Käferbefall gezeichneten Wald: Hier treffen sich Menschen aus dem Ort und umliegenden Dörfern, man spricht vielleicht einmal länger mit dem Nachbarn, als wenn man sich sonst im Alltag nur flüchtig auf der Straße sieht. Die viele ehrenamtliche Arbeit für das Sport-Event (siehe „Etwas, das man nicht greifen kann“) schweißt die Gemeinschaft wieder ein bisschen enger zusammen.

Zum 40. hat es eine Urkunde des Rheinland-Pfälzischen Triathlonverbandes (RTV) gegeben, die Thomas Müller (Mitte) aus den Händen von RTV-Präsident Romain Keiser (rechts) bekommen hat. Links im Bild Bernd Knerr, langjähriger Sprecher am Zieleinlauf des „Mörsbachmän“.

„Die erste Vorbereitungswelle haben wir im April gestartet. Da geht es dann los mit Absprachen mit der Verbandsgemeinde, mit Feuerwehren, Rotem Kreuz, Schwimmbad – das sind so die ersten Termine“, schildert Thomas Müller, der 1. Vorsitzende der ausrichtenden „SG Mörsbach“.

Später sind T-Shirts für Finisher wie Helfer zu bestellen, Gespräche, bei denen das Verpflegungskonzept aufgestellt wird, stehen an. „Permanent bist du am Verbessern. Aber zugleich hast du immer weniger Leute, jedes Jahr weniger freiwilliger Helfer, weniger Hände – aber immer mehr Teilnehmer und Besucher hier beim ‚Mörsbachmän‘! Das ist ja das Kuriose“, beschreibt Müller.

Überall ist es „voll“.

Bei 507 seinerzeit registrierten Starten hatte die „SG Mörsbach“ die Anmeldung geschlossen – bereits Anfang Juni war es soweit. „Ab 500 Sportlern wird das Event nicht mehr ganz handelbar – denke ich mal“, gibt Müller zu bedenken. „Das war dieses Jahr ein gelungener Versuch. Am Ende sind von den angemeldeten Sportlern rund 440 gestartet – da sind wir wieder bei den gut zehn Prozent, die üblicherweise ausfallen bei solchen Wettkämpfen. Doch so, mit dieser Teilnehmer- und Zuschauerzahl, hat alles gut geklappt“, urteilt der Vorsitzende, „aber wir kommen halt an die Grenzen.“

Sebastian beim Laufen. Fotos (14): Schmalenbach

An ihre Grenzen gegangen sind gleichermaßen die Aktiven der „MANNschaft“. Der schnellste aus der von „MANN Strom“ gesponsorten Truppe, Niklas Schütz, kam als Gesamtelfter mit einer Nettozeit von 01:11:48 ins Ziel (zum Vergleich: Gesamtsieger Markus Mockenhaupt finishte in 01:06:22). Niklas sicherte sich mit der tollen Leistung zugleich den dritten Platz in der Altersklasse 30 männlich.

Ebenfalls „aufs Treppchen“ – und zwar jenes mit der „1“ – ging es für Niklas‘ Teamkollegin Clarissa Giles, die die Schnellste der Altersklasse 30 weiblich und 1:22:09 nach dem Start im Dickendorfer Freibad im Ziel an der Grillhütte gewesen ist.

Clarissa läuft zum Sieg in ihrer Altersklasse.

Apropos Schwimmbad: Mit den dort Verantwortlichten müssten die Organisatoren wohl auch noch einmal sprechen, ob ein weiteres Wachstum des „Mörsbachmän“ machbar sein könnte. Denn der ausrichtende Verein mietet das Schwimmbad zwar für einen kleinen Obulus an, aber bisher ist es so, dass man das Becken ab 13 Uhr wieder für den „normalen“ Badebetrieb benötigt – erst recht an so einem hochsommerlich heißen Tag wie dem Augustsamstag, an dem dieses Jahr der „Mörsbachmän“ stattgefunden hat.

Nebenbei: Die Wetterbedingungen setzten vielen Teilnehmern wie Zuschauern erkennbar zu. Dutzende Sportler mussten nach wenigen Hundert Metern auf der abschließenden Laufstrecke erst eine Weile gehen, ehe es zügiger gen Ziel gehen konnte. Auch das Rote Kreuz war wegen Kreislaufproblemen im Einsatz. An manchen Stellen wirbelten die Läufer förmliche Staubwolken auf.

Ein erster Platz in der Klasse 30 weiblich für die „MANNschaft“.

Wird nach dem Wettkampf für Badegäste gebraucht: das Freibad Dickendorf.

Verständlich, dass bei dieser Wärme auch „normale“ Gäste des Freibads nach dem dortigen Triathlon-Start rasch ins kühle Nass möchten. Thomas Müller überlegt, als Alternative zur jetzigen Regelung das Freibad künftig womöglich für den gesamten Tag zu mieten und somit länger (Einzel-)Starter ins Wasser lassen zu können; in diesem Jahr ging der erste um 10 Uhr und mit Erhan Sigircio aus der MANNschaft um 12.28 Uhr der letzte Starter ins Wasser und damit auf die Strecke eines super gelungenen Sprint-Triathlons.

Erhan hat es und ist geschafft…

„In diesem Jahr waren wir so früh wie noch nie ‚ausgebucht‘ – das ist wirklich ein Novum“, betont Mario Vaccargiu. Er ist beim „Mörsbachmän“ fürs Schwimmbad zuständig. „Wir ‚leben‘ vom Schwimmbad“, sagt er, „wenn das wegfallen würde, ist der Triathlon nicht mehr möglich. Da sind wir schon froh, dass wir die Möglichkeit haben.“

Vielleicht ist es jedoch für viele Triathleten sogar ein Anreiz, wenn das Starterfeld auf 500 Plätze begrenzt bleibt – und man darauf hofft, einen davon zu ergattern, 2027 zum Dickendorfer Freibad zu fahren, um bei einem Wettbewerb in der vielleicht schönsten Gegend des Westerwaldes unterwegs zu sein. So oder so: Der „Mörsbachmän“, das bestätigt Müller, solle 2027 auf jeden Fall erneut ausgetragen werden. Und sicher ist die „MANNschaft“ nach dem tollen Gemeinschaftserlebnis dieses Jahres (siehe „Support in der ‚MANNschaft‘: „Das ist schon heftig!“) ebenfalls mit Eifer und viel Freude erneut dabei.

…und für die nächste Generation „MANNschaftler“ ist Triathlon im heimischen Westerwald gleichermaßen schon ein Thema – zumindest sind unter den insgesamt 45 bei den Bambiniläufen des „Mörsbachmän“ nach dem Zieleinlauf der Erwachsenen ums Veranstaltungsgelände an der Grillhütte flitzenden Kids gleich sechs Kinder von Vereinsmitgliedern gewesen: Valentin, Jonathan, Finnlay, Kayra, Milan und Charlotte sind nicht weniger motiviert bis zum großen roten Zielbogen gelaufen, als kurz zuvor die Erwachsenen im schwarz-grünen Trikot der „MANNschaft“.

Uwe Schmalenbach

Auch bei den Kleinsten ist die „MANNschaft“ aktiv – und erfolgreich: Finnlay (Foto) gewinnt das Rennen über 250 Meter, Jonathan den 500-Meter-Lauf und Milan auf der 1.000-Meter-Distanz.

HIER gibt es noch mehr Bilder:
Die „MANNschaft“ beim 40. „Mörsbachmän“

Etwas, das man nicht greifen kann

Die Freiwilligen, die sich unter anderem im „Café Mörsbachmän“ und „Grill Mörsbachmän“ darum kümmern, dass Sportler, Helfer und alle Besucher bei der Triathlon-Veranstaltung gut verpflegt werden, sind zeitig aufgestanden. „Die haben um 6.45 Uhr mit Brötchenschmieren angefangen“, schildert Thomas Müller, der Erste Vorsitzende des Ausrichters „SG Mörsbach 1982“. Zwar sind beispielsweise Petra Lohnerth und Michaela Diehl nicht Mitglieder des Sportvereins, doch für das Event stets zur Stelle. „Seit über 30 Jahren“, sagt Diehl.

Petra Lohnerth, Michaela Diehl und Thorsten Groß (v. rechts) sorgen für Verpflegung.

Die Damen brutzeln gemeinsam mit dem vor zwei Jahren zu ihnen gestoßenen Thorsten Groß im Grill auf dem „Steinigen Hahn“ und sorgen dafür, dass Hungrige rasch etwas in den Magen bekommen. „Wir sind ein eingespieltes Team“, unterstreicht Michaela Diehl, während sie die nächsten fertigen Pommes frites salzt.

Es stimme, Vereinsmitglieder seien sie gleichwohl nicht, „aber wir kommen aus dem Ort“, erläutert Petra Lohnerth. Und dennoch helfen sie mit beim „Mörsbachmän“? „Ja, weil man das einfach für die Gemeinschaft macht, für den Ort“, sagt Diehl. Trotz des langjährigen Mittuns bereite es weiterhin Spaß: Es sei ein gutes Gefühl, dass der Beitrag zur gelungenen Veranstaltung von den Besuchern wertgeschätzt werde, nicken die drei Helfer vom Grill.

Mike Schmidt und Jessica Müller kümmern sich um Trinkwasser.

Mike Schmidt füllt unterdessen unter einem Pavilion neben dem Zieleinlauf Becher und Flaschen mit Gratis-Trinkwasser auf. Er sei relativ neu im Verein und komme aus Betzdorf, erzählt er. Weil Ehrenamt wichtig sei und es „Spaß macht, es eine gute Truppe ist“, investiere er seine Freizeit, obwohl auch er nicht aus dem Ort stamme, jedoch Bekannte dort habe, ergänzt Schmidt. Anders als die Damen im Grill ist er erstmals beim „Mörsbachmän“. „Ich find‘s super“, sagt er. Jessica Müller ist an derselben Station aktiv „und zum vierten oder fünften Mal“ Helferin. „Macht Spaß, und man lernt immer wieder neue Leute kennen“, begründet sie ihre Beteiligung.

Streckenposten der Feuerwehr am Radkurs.

Ganz eindeutig: Ob Verpflegungsstationen, Aufsicht im Schwimmbad oder Streckenposten – wären die (über 140) Ehrenamtler nicht zur Stelle, könnte der Sprint-Triathlon im Westerwald niemals stattfinden! Alleine die Feuerwehren aus Kausen, Neunkhausen, Mörsbach und Heimborn sind mit 59 Kameraden zu Stelle – um die Radstrecke abzusichern. Darunter befindet die „Frist-Responder-Gruppe“ der Heimborner Wehr, die sonst in Kundert, Mörsbach und Heimborn bei medizinischen Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückt.

Gerd Schneider von der Feuerwehr aus dem Mörsbacher Nachbarort Heimborn erklärt deren Anwesenheit so: „Die Kameraden aus Mörsbach stehen genauso zu uns, darum machen wir das gerne, dass wir hier mithelfen. Und wir unterstützen ebenso gerne andere Vereine – man ist ja nicht ‚allein auf der grünen Wiese‘. Wir sind eine große Gemeinschaft, über die Vereinsgrenzen hinaus.“ Es sei der „Kern unserer Aufgabe, unserer Einstellung, dass man die Freizeit dafür hergibt.“

Alles in allem waren 59 Kräfte der Wehren im Einsatz. Fotos (3): Schmalenbach

Die Ehrenamtler übernehmen vielfältige Aufgaben rund um das Event. Fotos (5): Bakic

„Wir haben vier Mottos bei der Feuerwehr: retten, löschen, bergen und auch schützen“, ergänzt Florian Zorn, Wehrführer der Heimborner Feuerwehr. „Und wir haben eben auch das Knowhow für die Verkehrsabsicherung.“

Spricht man mit Teilnehmern des Sprint-Triathlons, so hört man eine Menge anerkennende Worte dafür, dass das kleine Mörsbach – dort leben gerade einmal 422 Einwohner – ein so professionell durchgeführtes Sportevent auf die Beine stellt (siehe „Sicher auch 2027 als Gemeinschaft dabei“), beispielsweise mit der von den Wehren so gut gesicherten Radstrecke.

Ebenso sprechen viele lobend über die gemeinschaftliche Atmosphäre, die sich offenbar vom Geist der Ehrenamtler auf das Starterfeld und die Zuschauer am Streckenrand überträgt. „Diese Veranstaltung hat ein gewisses Flair“, so formuliert es Bernd Knerr vom Verein „Tri Post Trier“. Er ist seit Jahren als Sprecher des „Mörsbachmän“ am Zieleinlauf aktiv. „Da ist ein Herzblut da“, findet er, „etwas, das man nicht greifen kann – aber es ist einfach da!“

Selbst nach dem letzten Starter im Ziel braucht man Helfer, etwa beim Abbau der Wechselzonen.

Support in der „MANNschaft“: „Das ist schon heftig!“

Einmal den „Ironman“ zu finishen, davon hatte Pierre Joswig lange geträumt. Als er vor gut zwei Jahren zur „MANNschaft“ kam, war die Vorbereitung auf die Langdistanz in Frankfurt sein Ziel. Er sparte eifrig für die Verwirklichung seines Traums – ein Starplatz schlägt, inklusive Gebühren, mit knapp 1.000 Euro zu Buche! Er erhaschte eines der so teuren wie begehrten Tickets – doch der Wettkampftag am 28. Juni dieses Jahres verlief alles andere, als geplant… Mit verständlicherweise traurigem Unterton erzählt Pierre davon, dass er „zu viel kreuz und quer geschwommen“ sei, damit eine zu lange Strecke zurücklegen musste und bereits in der ersten Disziplin aus der Zeit fiel… Doch nur einen Satz später klingt er freudig – und berichtet von einer unglaublichen Aktion, mit der ihn die Teamkollegen aus der „MANNschaft“ nach diesem Missgeschick wieder aufbauten.

Das Team beim „Mörsbachmän“.

Pierre lacht: Noch immer schwimme er langsam.

„Mir war klar: Für meinen Kopf brauche ich einmal die Langdistanz!“, beschreibt Pierre das seelische Dilemma, in dem er nach Frankfurt steckte. „Die ‚MANNschaft‘ hat für mich daraufhin eine Langdistanz vor der Haustür organisiert! Und dafür gesorgt, dass ich die nicht alleine machen muss“, ist er begeistert. „Es waren immer 20 bis 30 Leute mit mir aktiv, die mich an dem Tag begleitet haben. Die haben Versorgungsstände aufgebaut, Getränke und Essen beschafft.“

Nur einen Monat nach dem Event in der Main-Metropole legte die „MANNschaft“ somit einen Triathlon für Pierre auf, den „Ironman Westerwald“, mit Start am Badesee Klingelwiese bei Maxsain. Per Rad ging es von dort nach Freilingen, weiter nach Bendorf – dreimal wurde der Radteil absolviert, um auf die nötige Distanz zu kommen. Um den abschließenden Marathon zu erreichen, liefen alle zwischen der Klingelwiese und Maxsain hin und her. „Jetzt kann ich den ‚Ironman‘ abhaken“, zeigt sich Pierre erleichtert, „mit einer reinen Zeit von 12:37 Stunden.“

Auch die Sponsoren feuern „ihre“ Sportler an: Markus Mann von „MANN Strom“ (2. v. links) mit Pierre Joswig sowie Friedrich und Konstantin von Niessen (v. links) im Freibad Dickendorf vor dem Start.

Beim „Mörsbachmän“ (siehe „Sicher auch 2027 als Gemeinschaft dabei“) ist er in diesem Jahr nach 2025 zum zweiten Mal gestartet. Das Event habe ihm so viel Spaß gemacht, dass er „auf jeden Fall“ wiederkommen wollte. „Hier ist der Druck nicht so groß – hier ist alles dabei: vom Profi bis zum Jedermann, der zum ersten Mal einen Triathlon macht“, verdeutlicht der „MANNschaftler“.

Der Sportler lobt, dass die „MANNschaft“ ihm während der gesamten Zeit helfe, in seinem Lieblingssport besser und besser zu werden, mit Schwimmtraining im Hachenburger Hallenbad in den Wintermonaten und jetzt, im Sommer, im Freibad Herschbach wie eben dem Badesee Klingelwiese „Ich bin zwar noch immer einer der langsamsten Schwimmer“, lacht Pierre, „aber trotzdem bin ich durchs Training schneller geworden.“ Er sei dankbar für die Tipps nicht nur des sportlichen Leiters Christian Geimer, „auch andere, die schon Erfahrung haben, geben mir gute Hinweise. Einer der Kollegen hat sogar Unter-Wasser-Videos gedreht zur Technikanalyse – alle unterstützen mich. Das ist schon heftig!“

Christian Geimer (hier bei der Zeitnahme im Ziel) berichtet von der speziellen Vorbereitung für den „Mörsbachmän“.

Teamkapitän Christian Geimer berichtet, dass die „MANNschaft“ im laufenden Jahr zum bereits vierten Mal den internen „MANN Cup“ aufgelegt habe, bei dem die besten fünf aus 15 Wettkämpfen wie dem „Mörsbachmän“ zählen. „Unser Ziel dabei ist, möglichst zahlreich regionale Veranstaltungen zu besuchen, so dass wir gemeinsam vor Ort sind, als große Gruppe ein Teamevent aus jedem Wettbewerb machen. Und mit entsprechend vielen Startern starten – heute beim Mörsbachmän sind 34 ein Rekord“, betont Christian. Die „MANNschaft“ wolle dadurch besonders regional präsent sein „und vielleicht auch andere Vereinslose auf uns aufmerksam machen, dass sie sich uns anschließen.“

In der „heterogenen Truppe“ (Geimer) sei „von Jung bis Alt, von blutigem Triathlon-Rookie bis zu erfahrenen Hawaii-Finishers alles dabei“. Das steigere den Trainingserfolg, aber es fördere ebenso die Verbundenheit.

Die zeigte sich beim „Mörsbachmän“ übrigens auch hinsichtlich der Sponsoren: Alle drei Unterstützer („MANN Strom“, GTV, Möbel Hüsch) waren durch ihre Geschäftsführer vertreten und haben die Athleten angefeuert.

Apropos angefeuert: Von den Nicht-Triathleten der „MANNschaft“ sind ebenfalls etliche per Rad zum „Mörsbachmän“ 2026 gekommen, um ihre Teamkollegen beispielsweise auf langen Waldpassagen mental zu unterstützen.

Die „MANNschaft“ hat gleichwohl noch mehr dafür getan, dass vor allem die Neulinge bei diesem Sprint-Triathlon im Westerwald mit einem guten Gefühl dabei sein können: Im Vorfeld wurden unter anderem die Radstreckenabschnitte in unterschiedlicher Form geübt und wichtige Punkte beleuchtet. Ebenso wurde das Schwimmtraining sechs Wochen lang auf das im Dickendorfer Freibad praktizierte Verfahren des Schwimmens „schräger Bahnen“ angepasst. „Wir gestalten das schon so, dass allein vier bis fünf Rad-Ausfahrten nur dafür da sind“, erklärt Christian, „und auch zu verschiedenen Uhrzeiten, so dass jeder dabei sein kann.“ Das Angebot werde sehr gut angenommen.

Neu im Team: Kevin Kefferpütz.

Kevin Kefferpütz ist erst seit Mai dieses Jahres Teil der „MANNschaft“ und stellt die dort gebotenen Möglichkeiten heraus, als Triathlet voranzukommen: „Hier beim ‚Mörsbachmän‘ war ich jetzt das erste Mal mit Begleitung des Teams – und das war richtig cool! Das Gemeinschaftsgefühl ist super, unterwegs viele bekannte Gesichter, die einen anfeuern. Und auch durch die anderen Starter des eigenen Teams: Mal wird man von jemandem, den man kennt, überholt, mal überholt man wen – immer ist das Mannschaftsgefühl da. Das kannte ich so nicht. Es ist eine super Gruppe.“

Kevin sieht in der „MANNschaft“ den Vorteil, dass man durch die Mitgliedschaft in dem Verein „gemeinsam den Sport machen kann, der noch nicht so weit verbreitet ist, der jetzt erst nach und nach kommt“. Besser zu werden, zusammen ein Ziel zu erreichen und Mitstreiter zu haben, mit denen man es verfolgen kann: Diese Aspekte seien Gründe für seinen Beitritt zum Verein gewesen, sagt Kevin.

„Es gibt viel Erfahrung im Team – etwa zu den Wechselzonen, wie man es sich da geschickt einrichtet; oder von vornherein zu wissen, wie man hier am besten anreist, wo man parkt, wie die Abläufe sind – da profitiert man von der Erfahrung der anderen. Ich kann nur jedem raten, hier mitzumachen – einfach, weil es viele Benefits hat“, findet Kevin. „Wir bekommen Startgebühren erstattet, und ebenso können wir nach den offiziellen Öffnungszeiten auf die Sportbahnen in den Bädern und wirklich schwimmen.“

Benjamin Klöckner ist schon länger Mitglied der „MANNschaft“, trat bereits ein Jahr nach deren Gründung ein und seit 2013 dur an“, von der „Corona“- und zwei Verletzungspausen abgesehen. Ursprünglich war er Fußballer, trat bis zum 30. Lebenjahr vor die Lederkugel und nicht in die Pedalen. Doch an sich wollte er immer Triathlon machen. Zwar sei die Ausrüstung dafür teuer, „aber irgendwann habe ich das Rad bekommen und seither bin ich Feuer und Flamme.“

Auch Benjamin unterstreicht, dass Triathlon eine Randsportart sei. „Und die ‚MANNschaft‘ war seit jeher ein professioneller Triathlon-Verein, er bietet gute Trainingsbedingungen. Schon damals gab es einen Schwimmtrainer. Und es ist nicht so einfach, ein Schwimmbad zu bekommen. Da unterstützt uns das Sponsoring sehr, dass wir das ermöglicht bekommen.“ Das seien die Günde für seine Mitgliedschaft gewesen, schildert der Sportler. Den Austausch, das Zusammensein mit den anderen, daran sieht er ebenso erhebliche Vorteile, wiewohl Triathlon eigentlich eine Einzelsportart ist.

Kam im April zur „MANNschaft“: Franziska Stahl.

Franziska Stahl ist wie Kevin noch nicht allzu lange Teil der „MANNschaft“. Anfang April kam sie hinzu „Tatsächlich war Mörsbach im vergangenen Jahr mein erster Triathlon überhaupt. Ich habe ein Plakat gesehen, das den Wettbewerb bewarb. Ich habe dann einen Monat vorher mit dem Training begonnen, und sofort hat mir Triathlon-Sport super gefallen; ich komme eigentlich aus dem Kraftsport. Aber das hat mir nicht mehr so den Kick gegeben.“

Durch einen Bekannten kam Franziska mit der „MANNschaft“ in Kontakt. „Du hast halt hier super viel Unterstützung“, lobt sie ebenfalls den Zusammenschluss. „Wenn du sagst, du willst am Wochenende eine Radausfahrt machen, schreibst du in die Gruppe rein, und dann schließen sich immer irgendwelche Leute an. Du stehst nie alleine da. Das ist richtig, richtig cool.“

Und offenbar hilft die Gemeinschaft, die Trainingsgruppe tatsächlich, eigene Vorhaben zu verwirklichen: „Ich habe mich in diesem Jahr um fünfeinhalb Minuten beim ‚Mörsbachmän‘ verbessert, bin super happy“, strahlt Franziska.

Fotos: Redaktion „Wäller Energiezeitung“/Bakic, Schmalenbach

Die MANNschaft beim 40. „Mörsbachmän“

Besonderes Flair, tolle Leistung

Vermutlich ist der spektakuläre Zieleinlauf vor der Kulisse der Skyline ein Grund für die Beliebtheit des „Frankfurt City Triathlon“. Rund 3.000 Teilnehmer sind bei seiner 16. Austragung am zurückliegenden Wochenende eine Rekordmarke – und klar: da durfte die „MANNschaft“ nicht fehlen!

Die Skyline ist eine tolle Kulisse für den Wettbewerb. Foto: visitfrankfurt_plazy_Isabela_Pacin

Mit Franziska Keßler und Leonie Längricht war der von „MANN Strom“ unterstützte Verein auf der Olympischen Distanz vertreten. Beide Athletinnen zeigten auf der abwechslungsreichen Strecke, die sich aus 1,5 km Schwimmen, 45 km Radfahren und 10 km Laufen zusammensetzt, starke Leistungen.

Leonie kommt aus dem Wasser. Foto: Niklas Schütz

Vom Schwimmstart im Langener Waldsee über die schnelle Radstrecke bis hin zum stimmungsvollen Zieleinlauf auf der Frankfurter Hauptwache bot die Veranstaltung beste Bedingungen und eine besondere Atmosphäre für Teilnehmer und Zuschauer gleichermaßen.

Franziska absolvierte einen gelungenen Wettkampftag mit einer konstant guten Leistung in allen drei Disziplinen! Nach 38:01 Minuten im Langener Waldsee wechselte sie auf die Radstrecke, die sie in 1:22:55 Stunden bewältigte. Mit einem starken 10-km-Lauf in 52:14 Minuten sicherte sie sich nach 3:05:37 Stunden den 89. Platz in der Frauenwertung sowie Rang 21 in der Altersklasse W30.

Auch Leonie meisterte die Olympische Distanz erfolgreich. Sie verließ das Wasser nach 39:28 Minuten, fuhr die 45 Kilometer auf dem Rad in 1:36:26 Stunden und erreichte nach dem 10-km-Lauf in 1:08:54 Stunden das Ziel in einer Gesamtzeit von 3:38:56 Stunden. Damit belegte sie den 260. Platz der Frauenwertung sowie Rang 70 in der Altersklasse W25.

Leonie auf der Laufstrecke. Foto: Niklas Schütz

Für beide Athletinnen stand in Frankfurt nicht nur die sportliche Leistung im Vordergrund, sondern auch das besondere Flair einer der großen Triathlonveranstaltungen in Deutschland. Zahlreiche Zuschauer entlang der Strecke sorgten für beste Stimmung und begleiteten die Teilnehmerinnen bis auf die letzten Meter ins Ziel.

Mit zwei erfolgreichen Finisherinnen konnte die „MANNschaft“ auch bei diesem Wettbewerb überzeugen und ihre starke Präsenz bei überregionalen Triathlonwettbewerben einmal mehr unter Beweis stellen.




Foto: Niklas Schütz

Ziemlich müde auf der Roßalm

Distanzen von 21,8 Kilometern bis 201,9 Kilometern Länge, dazu zwischen 567 und 7.020 Höhenmetern: Bei der „Salzkammergut Trophy“ geht es durch herrliche Landschaften – und in jedem Fall viel „rauf und runter“. Sören aus der „MANNschaft“ hat das Trikot mit dem „MANN Strom“-Logo übergestreift und sich in Bad Goisern auf die zweitlängste Strecke des diesjährigen Wettbewerbs gemacht. Das hieß: Er musste 119,6 Kilometer mit 3.521 Höhenmetern bewältigen.

Foto: Erwin Haiden

Foto: Erwin Haiden

„Für mich bedeutete das, dass ich mir meine Kraft einteilen musste, damit ich über die Distanz kam“, erzählt Sören nach der Rückkehr aus dem Salzkammergut. „In einer wunderschönen Landschaft konnte ich die ersten 60 Kilometer gut zurücklegen. Dann kam jedoch der Anstieg zur Roßalm, dem höchsten Punkt der Strecke. In diesem Anstieg war ich schon ziemlich müde…“

Immerhin: Nachdem der „MANNschaftler“ die Roßalm erreicht hatte, sind die meisten der Höhenmeter gefahren gewesen. Und auf der anschließenden, langen Abfahrt konnte er sich gut erholen. Zudem: „Ein Halt bei den nächsten Verpflegungsstationen half mir, meine Kraft wieder aufzufüllen“, beschreibt Sören. Das Angebot an den Verpflegungsstationen der „Salzkammergut Trophy“ war nach seiner Schilderung außergewöhnlich gut.

Sören auf den 119 Kilometern.
Foto: sportograf.com

Und noch etwas gefielt ihm ganz besonders: „Die Zuschauer sind so was von spitze gewesen! Wirklich jeder ist bis zum letzten Mann von ihnen angefeuert worden, so dass man als Fahrer das Gefühl hatte, man würde hier um den Sieg mitfahren können. Überall auf der Strecke trifft man immer wieder auf Zuschauergruppen, die die Fahrer den ganzen Tag unterstützen, auch an den entlegensten Stellen mitten im Wald“, sagt Sören.

Den letzten längeren Anstieg – er wies noch einmal knapp 600 Höhenmeter auf – bewältigte er recht gut. Dann der Zieleinlauf in Bad Goisern: Wieder belohnt eine tolle Atmosphäre für die Anstrengungen. Nach einer Fahrzeit von 8:14,47 Stunden ist der Fahrer aus der „MANNschaft“ dort im Ziel und erreicht damit in der Klasse M40 den 125. Platz von 192 in Wertung befindlichen Fahrern.

Sörens Resümee: „Für mich die beste Veranstaltung, an der ich bis jetzt teilnehmen durfte! Und ich werde bestimmt wieder daran teilnehmen.“

Foto: Erwin Haiden