Etwas, das man nicht greifen kann

Die Freiwilligen, die sich unter anderem im „Café Mörsbachmän“ und „Grill Mörsbachmän“ darum kümmern, dass Sportler, Helfer und alle Besucher bei der Triathlon-Veranstaltung gut verpflegt werden, sind zeitig aufgestanden. „Die haben um 6.45 Uhr mit Brötchenschmieren angefangen“, schildert Thomas Müller, der Erste Vorsitzende des Ausrichters „SG Mörsbach 1982“. Zwar sind beispielsweise Petra Lohnerth und Michaela Diehl nicht Mitglieder des Sportvereins, doch für das Event stets zur Stelle. „Seit über 30 Jahren“, sagt Diehl.

Petra Lohnerth, Michaela Diehl und Thorsten Groß (v. rechts) sorgen für Verpflegung.

Die Damen brutzeln gemeinsam mit dem vor zwei Jahren zu ihnen gestoßenen Thorsten Groß im Grill auf dem „Steinigen Hahn“ und sorgen dafür, dass Hungrige rasch etwas in den Magen bekommen. „Wir sind ein eingespieltes Team“, unterstreicht Michaela Diehl, während sie die nächsten fertigen Pommes frites salzt.

Es stimme, Vereinsmitglieder seien sie gleichwohl nicht, „aber wir kommen aus dem Ort“, erläutert Petra Lohnerth. Und dennoch helfen sie mit beim „Mörsbachmän“? „Ja, weil man das einfach für die Gemeinschaft macht, für den Ort“, sagt Diehl. Trotz des langjährigen Mittuns bereite es weiterhin Spaß: Es sei ein gutes Gefühl, dass der Beitrag zur gelungenen Veranstaltung von den Besuchern wertgeschätzt werde, nicken die drei Helfer vom Grill.

Mike Schmidt und Jessica Müller kümmern sich um Trinkwasser.

Mike Schmidt füllt unterdessen unter einem Pavilion neben dem Zieleinlauf Becher und Flaschen mit Gratis-Trinkwasser auf. Er sei relativ neu im Verein und komme aus Betzdorf, erzählt er. Weil Ehrenamt wichtig sei und es „Spaß macht, es eine gute Truppe ist“, investiere er seine Freizeit, obwohl auch er nicht aus dem Ort stamme, jedoch Bekannte dort habe, ergänzt Schmidt. Anders als die Damen im Grill ist er erstmals beim „Mörsbachmän“. „Ich find‘s super“, sagt er. Jessica Müller ist an derselben Station aktiv „und zum vierten oder fünften Mal“ Helferin. „Macht Spaß, und man lernt immer wieder neue Leute kennen“, begründet sie ihre Beteiligung.

Streckenposten der Feuerwehr am Radkurs.

Ganz eindeutig: Ob Verpflegungsstationen, Aufsicht im Schwimmbad oder Streckenposten – wären die (über 140) Ehrenamtler nicht zur Stelle, könnte der Sprint-Triathlon im Westerwald niemals stattfinden! Alleine die Feuerwehren aus Kausen, Neunkhausen, Mörsbach und Heimborn sind mit 59 Kameraden zu Stelle – um die Radstrecke abzusichern. Darunter befindet die „Frist-Responder-Gruppe“ der Heimborner Wehr, die sonst in Kundert, Mörsbach und Heimborn bei medizinischen Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückt.

Gerd Schneider von der Feuerwehr aus dem Mörsbacher Nachbarort Heimborn erklärt deren Anwesenheit so: „Die Kameraden aus Mörsbach stehen genauso zu uns, darum machen wir das gerne, dass wir hier mithelfen. Und wir unterstützen ebenso gerne andere Vereine – man ist ja nicht ‚allein auf der grünen Wiese‘. Wir sind eine große Gemeinschaft, über die Vereinsgrenzen hinaus.“ Es sei der „Kern unserer Aufgabe, unserer Einstellung, dass man die Freizeit dafür hergibt.“

Alles in allem waren 59 Kräfte der Wehren im Einsatz. Fotos (3): Schmalenbach

Die Ehrenamtler übernehmen vielfältige Aufgaben rund um das Event. Fotos (5): Bakic

„Wir haben vier Mottos bei der Feuerwehr: retten, löschen, bergen und auch schützen“, ergänzt Florian Zorn, Wehrführer der Heimborner Feuerwehr. „Und wir haben eben auch das Knowhow für die Verkehrsabsicherung.“

Spricht man mit Teilnehmern des Sprint-Triathlons, so hört man eine Menge anerkennende Worte dafür, dass das kleine Mörsbach – dort leben gerade einmal 422 Einwohner – ein so professionell durchgeführtes Sportevent auf die Beine stellt (siehe „Sicher auch 2027 als Gemeinschaft dabei“), beispielsweise mit der von den Wehren so gut gesicherten Radstrecke.

Ebenso sprechen viele lobend über die gemeinschaftliche Atmosphäre, die sich offenbar vom Geist der Ehrenamtler auf das Starterfeld und die Zuschauer am Streckenrand überträgt. „Diese Veranstaltung hat ein gewisses Flair“, so formuliert es Bernd Knerr vom Verein „Tri Post Trier“. Er ist seit Jahren als Sprecher des „Mörsbachmän“ am Zieleinlauf aktiv. „Da ist ein Herzblut da“, findet er, „etwas, das man nicht greifen kann – aber es ist einfach da!“

Selbst nach dem letzten Starter im Ziel braucht man Helfer, etwa beim Abbau der Wechselzonen.