Einmal den „Ironman“ zu finishen, davon hatte Pierre Joswig lange geträumt. Als er vor gut zwei Jahren zur „MANNschaft“ kam, war die Vorbereitung auf die Langdistanz in Frankfurt sein Ziel. Er sparte eifrig für die Verwirklichung seines Traums – ein Starplatz schlägt, inklusive Gebühren, mit knapp 1.000 Euro zu Buche! Er erhaschte eines der so teuren wie begehrten Tickets – doch der Wettkampftag am 28. Juni dieses Jahres verlief alles andere, als geplant… Mit verständlicherweise traurigem Unterton erzählt Pierre davon, dass er „zu viel kreuz und quer geschwommen“ sei, damit eine zu lange Strecke zurücklegen musste und bereits in der ersten Disziplin aus der Zeit fiel… Doch nur einen Satz später klingt er freudig – und berichtet von einer unglaublichen Aktion, mit der ihn die Teamkollegen aus der „MANNschaft“ nach diesem Missgeschick wieder aufbauten.
Das Team beim „Mörsbachmän“.
Pierre lacht: Noch immer schwimme er langsam.
„Mir war klar: Für meinen Kopf brauche ich einmal die Langdistanz!“, beschreibt Pierre das seelische Dilemma, in dem er nach Frankfurt steckte. „Die ‚MANNschaft‘ hat für mich daraufhin eine Langdistanz vor der Haustür organisiert! Und dafür gesorgt, dass ich die nicht alleine machen muss“, ist er begeistert. „Es waren immer 20 bis 30 Leute mit mir aktiv, die mich an dem Tag begleitet haben. Die haben Versorgungsstände aufgebaut, Getränke und Essen beschafft.“
Nur einen Monat nach dem Event in der Main-Metropole legte die „MANNschaft“ somit einen Triathlon für Pierre auf, den „Ironman Westerwald“, mit Start am Badesee Klingelwiese bei Maxsain. Per Rad ging es von dort nach Freilingen, weiter nach Bendorf – dreimal wurde der Radteil absolviert, um auf die nötige Distanz zu kommen. Um den abschließenden Marathon zu erreichen, liefen alle zwischen der Klingelwiese und Maxsain hin und her. „Jetzt kann ich den ‚Ironman‘ abhaken“, zeigt sich Pierre erleichtert, „mit einer reinen Zeit von 12:37 Stunden.“
Auch die Sponsoren feuern „ihre“ Sportler an: Markus Mann von „MANN Strom“ (2. v. links) mit Pierre Joswig sowie Friedrich und Konstantin von Niessen (v. links) im Freibad Dickendorf vor dem Start.
Beim „Mörsbachmän“ (siehe „Sicher auch 2027 als Gemeinschaft dabei“) ist er in diesem Jahr nach 2025 zum zweiten Mal gestartet. Das Event habe ihm so viel Spaß gemacht, dass er „auf jeden Fall“ wiederkommen wollte. „Hier ist der Druck nicht so groß – hier ist alles dabei: vom Profi bis zum Jedermann, der zum ersten Mal einen Triathlon macht“, verdeutlicht der „MANNschaftler“.
Der Sportler lobt, dass die „MANNschaft“ ihm während der gesamten Zeit helfe, in seinem Lieblingssport besser und besser zu werden, mit Schwimmtraining im Hachenburger Hallenbad in den Wintermonaten und jetzt, im Sommer, im Freibad Herschbach wie eben dem Badesee Klingelwiese „Ich bin zwar noch immer einer der langsamsten Schwimmer“, lacht Pierre, „aber trotzdem bin ich durchs Training schneller geworden.“ Er sei dankbar für die Tipps nicht nur des sportlichen Leiters Christian Geimer, „auch andere, die schon Erfahrung haben, geben mir gute Hinweise. Einer der Kollegen hat sogar Unter-Wasser-Videos gedreht zur Technikanalyse – alle unterstützen mich. Das ist schon heftig!“
Christian Geimer (hier bei der Zeitnahme im Ziel) berichtet von der speziellen Vorbereitung für den „Mörsbachmän“.
Teamkapitän Christian Geimer berichtet, dass die „MANNschaft“ im laufenden Jahr zum bereits vierten Mal den internen „MANN Cup“ aufgelegt habe, bei dem die besten fünf aus 15 Wettkämpfen wie dem „Mörsbachmän“ zählen. „Unser Ziel dabei ist, möglichst zahlreich regionale Veranstaltungen zu besuchen, so dass wir gemeinsam vor Ort sind, als große Gruppe ein Teamevent aus jedem Wettbewerb machen. Und mit entsprechend vielen Startern starten – heute beim Mörsbachmän sind 34 ein Rekord“, betont Christian. Die „MANNschaft“ wolle dadurch besonders regional präsent sein „und vielleicht auch andere Vereinslose auf uns aufmerksam machen, dass sie sich uns anschließen.“
In der „heterogenen Truppe“ (Geimer) sei „von Jung bis Alt, von blutigem Triathlon-Rookie bis zu erfahrenen Hawaii-Finishers alles dabei“. Das steigere den Trainingserfolg, aber es fördere ebenso die Verbundenheit.
Die zeigte sich beim „Mörsbachmän“ übrigens auch hinsichtlich der Sponsoren: Alle drei Unterstützer („MANN Strom“, GTV, Möbel Hüsch) waren durch ihre Geschäftsführer vertreten und haben die Athleten angefeuert.
Apropos angefeuert: Von den Nicht-Triathleten der „MANNschaft“ sind ebenfalls etliche per Rad zum „Mörsbachmän“ 2026 gekommen, um ihre Teamkollegen beispielsweise auf langen Waldpassagen mental zu unterstützen.
Die „MANNschaft“ hat gleichwohl noch mehr dafür getan, dass vor allem die Neulinge bei diesem Sprint-Triathlon im Westerwald mit einem guten Gefühl dabei sein können: Im Vorfeld wurden unter anderem die Radstreckenabschnitte in unterschiedlicher Form geübt und wichtige Punkte beleuchtet. Ebenso wurde das Schwimmtraining sechs Wochen lang auf das im Dickendorfer Freibad praktizierte Verfahren des Schwimmens „schräger Bahnen“ angepasst. „Wir gestalten das schon so, dass allein vier bis fünf Rad-Ausfahrten nur dafür da sind“, erklärt Christian, „und auch zu verschiedenen Uhrzeiten, so dass jeder dabei sein kann.“ Das Angebot werde sehr gut angenommen.
Neu im Team: Kevin Kefferpütz.
Kevin Kefferpütz ist erst seit Mai dieses Jahres Teil der „MANNschaft“ und stellt die dort gebotenen Möglichkeiten heraus, als Triathlet voranzukommen: „Hier beim ‚Mörsbachmän‘ war ich jetzt das erste Mal mit Begleitung des Teams – und das war richtig cool! Das Gemeinschaftsgefühl ist super, unterwegs viele bekannte Gesichter, die einen anfeuern. Und auch durch die anderen Starter des eigenen Teams: Mal wird man von jemandem, den man kennt, überholt, mal überholt man wen – immer ist das Mannschaftsgefühl da. Das kannte ich so nicht. Es ist eine super Gruppe.“
Kevin sieht in der „MANNschaft“ den Vorteil, dass man durch die Mitgliedschaft in dem Verein „gemeinsam den Sport machen kann, der noch nicht so weit verbreitet ist, der jetzt erst nach und nach kommt“. Besser zu werden, zusammen ein Ziel zu erreichen und Mitstreiter zu haben, mit denen man es verfolgen kann: Diese Aspekte seien Gründe für seinen Beitritt zum Verein gewesen, sagt Kevin.
„Es gibt viel Erfahrung im Team – etwa zu den Wechselzonen, wie man es sich da geschickt einrichtet; oder von vornherein zu wissen, wie man hier am besten anreist, wo man parkt, wie die Abläufe sind – da profitiert man von der Erfahrung der anderen. Ich kann nur jedem raten, hier mitzumachen – einfach, weil es viele Benefits hat“, findet Kevin. „Wir bekommen Startgebühren erstattet, und ebenso können wir nach den offiziellen Öffnungszeiten auf die Sportbahnen in den Bädern und wirklich schwimmen.“
Benjamin Klöckner ist schon länger Mitglied der „MANNschaft“, trat bereits ein Jahr nach deren Gründung ein und seit 2013 dur an“, von der „Corona“- und zwei Verletzungspausen abgesehen. Ursprünglich war er Fußballer, trat bis zum 30. Lebenjahr vor die Lederkugel und nicht in die Pedalen. Doch an sich wollte er immer Triathlon machen. Zwar sei die Ausrüstung dafür teuer, „aber irgendwann habe ich das Rad bekommen und seither bin ich Feuer und Flamme.“
Auch Benjamin unterstreicht, dass Triathlon eine Randsportart sei. „Und die ‚MANNschaft‘ war seit jeher ein professioneller Triathlon-Verein, er bietet gute Trainingsbedingungen. Schon damals gab es einen Schwimmtrainer. Und es ist nicht so einfach, ein Schwimmbad zu bekommen. Da unterstützt uns das Sponsoring sehr, dass wir das ermöglicht bekommen.“ Das seien die Günde für seine Mitgliedschaft gewesen, schildert der Sportler. Den Austausch, das Zusammensein mit den anderen, daran sieht er ebenso erhebliche Vorteile, wiewohl Triathlon eigentlich eine Einzelsportart ist.
Kam im April zur „MANNschaft“: Franziska Stahl.
Franziska Stahl ist wie Kevin noch nicht allzu lange Teil der „MANNschaft“. Anfang April kam sie hinzu „Tatsächlich war Mörsbach im vergangenen Jahr mein erster Triathlon überhaupt. Ich habe ein Plakat gesehen, das den Wettbewerb bewarb. Ich habe dann einen Monat vorher mit dem Training begonnen, und sofort hat mir Triathlon-Sport super gefallen; ich komme eigentlich aus dem Kraftsport. Aber das hat mir nicht mehr so den Kick gegeben.“
Durch einen Bekannten kam Franziska mit der „MANNschaft“ in Kontakt. „Du hast halt hier super viel Unterstützung“, lobt sie ebenfalls den Zusammenschluss. „Wenn du sagst, du willst am Wochenende eine Radausfahrt machen, schreibst du in die Gruppe rein, und dann schließen sich immer irgendwelche Leute an. Du stehst nie alleine da. Das ist richtig, richtig cool.“
Und offenbar hilft die Gemeinschaft, die Trainingsgruppe tatsächlich, eigene Vorhaben zu verwirklichen: „Ich habe mich in diesem Jahr um fünfeinhalb Minuten beim ‚Mörsbachmän‘ verbessert, bin super happy“, strahlt Franziska.
Fotos: Redaktion „Wäller Energiezeitung“/Bakic, Schmalenbach
