Weiteres Marathondebüt in der MANNschaft

Der Sommer hält allerlei sportliche Highlights bereit, doch Katja Grimm hat ihres wohl bereits im Frühjahr erlebt: Zehn Jahre nach ihrem ersten Halbmarathon ist die „MANNschaftlerin“ erstmals bei einem Marathon ins Ziel gelaufen. Nachdem sie ihren eigentlich geplanten Marathonstart in Köln im vergangenen Oktober wegen einer Coronainfektion absagen musste, nahm sie das Training wieder auf – unterstützt von Christian Geimer – und peilte stattdessen das darauffolgende Frühjahr sowie die Stadt Leipzig an. Im April war es dann endlich so weit.

Der Wettbewerb in Sachsens größter Stadt hat eine lange Tradition, hier ein Bild aus 1985. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0622-011/CC-BY-SA 3.0

Für ihren ersten Marathon hat sich Katja ein besonders traditionsreiches Event – noch dazu in ihrer Heimatstadt – ausgesucht: Der „Leipzig Marathon“ wird in seiner heutigen Form bereits seit 1977 ausgetragen und gilt als absoluter Klassiker. In diesem Jahr konnte die 48. Ausgabe sogar einen Teilnehmerrekord verbuchen: Insgesamt 14.351 Läufer (davon 1.334 in der „Königsdisziplin“) gingen über verschiedene Distanzen an den Start.

Das Wetter hätte für Katja und ihre Mitstreiter kaum unvorteilhafter sein können. Denn während die jüngsten Starter bei Schülermarathon und Kinderlauf am Vormittag noch trockenen Fußes ihre Wettbewerbe absolvierten, öffnete sich am Nachmittag plötzlich der Himmel. Und so kämpften sich die Marathon-Teilnehmer bei Dauerregen und Wind, aber davon ungetrübter Stimmung des jubelnden Leipziger Publikums, voran. Die Wetterlage wurde auf und an der Strecke sogar mit Humor genommen, frei nach dem „kölschen“ Grundsatz: „Et es, wie et es“.

Katja nach der gelungenen Premiere. Foto: privat

Der „Leipzig Marathon“ führte die Athleten in zwei Runden an vielen Sehenswürdigkeiten der sächsischen Metropole vorbei, darunter markante Punkte wie das Neue Rathaus, die Deutsche Nationalbibliothek und das Völkerschlachtdenkmal. Auch das berühmte Max-Planck-Institut wurde von den Läufern passiert, ehe diese den Zielbereich an der Red-Bull-Arena erreichten.

Durchnässt, aber glücklich meisterte Katja – als eine von 249 Frauen auf der vollen Distanz – erstmals eine Strecke von mehr als 30 Kilometern und setzte, wie schon einige weitere Kollegen aus der MANNschaft, im Frühjahr 2026 mit dem absolvierten Marathon einen neuen Meilenstein. Auch sportlich war der Tag für die Debütantin ein Erfolg, unterbot Katja ihre persönliche Wunschzeit mit 4:26:33 Stunden doch obendrein noch um knapp dreieinhalb Minuten und erlangte den 176. Platz in der Frauen-Gesamtwertung und Platz 32 in ihrer Altersklasse.

Wegen ihrer gelungenen Premiere, der widrigen Wetterbedingungen und der tollen Unterstützung in ihrer Heimatstadt wird Katja der Lauf auf jeden Fall in besonderer Erinnerung bleiben.

Das Neue Rathaus – ab 1899 nach Plänen des Leipziger Stadtbaudirektors Hugo Licht erbaut und seit 1905 Sitz der Leipziger Stadtverwaltung – gehört zu den bedeutendsten deutschen Rathausbauten. Auch hier sind die Sportler entlang gekommen. Foto: Stadt Leipzig