IRONMAN 70.3 Duisburg: Zwei starke Leistungen aus dem Westerwald

Der IRONMAN 70.3 Duisburg verbindet die sportliche Herausforderung einer Mitteldistanz mit einer besonderen, urbanen Kulisse: 1,9 Kilometer Schwimmen auf der Duisburger Regattabahn, 90 Kilometer Radfahren durch das Ruhrgebiet und ein abschließender Halbmarathon durch den Sportpark Duisburg verlangten den Athletinnen und Athleten auch in diesem Jahr einiges ab. Mit Lucas Benten aus Linden und Marcel Häbel aus Unnau, die beide für die „MANNschaft e.V. “ an den Start gingen, waren auch zwei Athleten aus dem Westerwald erfolgreich vertreten – mit ganz unterschiedlichen Ausgangssituationen und persönlichen Zielsetzungen.

Lucas unter fünf Stunden

Lucas auf dem Rad.

Lucas erwischte einen insgesamt sehr starken Wettkampftag: Die 1,9 Kilometer lange Schwimmstrecke absolvierte er in 44:43 Minuten. Auf dem gut geführten und einfachen Schwimmkurs fand er schnell seinen Rhythmus, zeigte sich mit seiner Schwimmzeit allerdings nicht ganz zufrieden.

Nach dem Wechsel auf das Rad warteten 90 schnelle und überwiegend flache Kilometer. Lucas konzentrierte sich darauf, seine Leistung eher locker abzurufen, um möglichst viele Kräfte für den abschließenden Halbmarathon zu sparen.

Diese Strategie ging auf: Mit 2:19:11 Stunden fuhr Lucas einen sehr starken Radsplit.

Auch beim abschließenden Halbmarathon zeigte sich, dass die Kraft gut eingeteilt war. Auf den drei Runden durch den Sportpark Duisburg fand Lucas gut in seinen Rhythmus und lief die 21,1 Kilometer mit einer Zeit von 1:44:53 Stunden.

Das Radkurs führte auch über die „Brücke der Solidarität“, die den Rhein quert.

Nach insgesamt 4:58:43 Stunden überquerte der „MANNschaftler“ die Ziellinie und blieb damit deutlich unter der Marke von fünf Stunden“

Auch in der Gesamtwertung konnte er sich weit vorne platzieren:

• Gesamtplatz: 394 von 2.035

• Altersklassenplatz: 59 von 206

• Geschlechterwertung: 360 von 1.491

Für Lucas bedeutete das einen äußerst erfolgreichen Wettkampftag mit einer starken Gesamtleistung über alle drei Disziplinen.

Die Regattabahn ist eine tolle Kulisse für das Schwimmen.

Marcels Plan: ins Ziel – zehn Wochen nach einem Schlüsselbeinbruch.

Bereits der Start selbst stand unter besonderen Vorzeichen. Nur rund zehn Wochen zuvor hatte Marcel sich bei einem Unfall das Schlüsselbein gebrochen und musste operiert werden. Die Verletzung hatte insbesondere die Vorbereitung im Schwimmen massiv eingeschränkt. Entsprechend war für Marcel lange unklar, wie gut die 1,9 Kilometer im Wettkampf funktionieren würden.

„Das Schwimmen war definitiv der schwierigste Teil. Nach der Operation konnte ich nicht vernünftig trainieren und wusste deshalb nicht genau, was mich im Wettkampf erwartet.“

Marcel absolvierte die Schwimmstrecke schließlich in 45:29 Minuten. Nach 5:20 Minuten in der ersten Wechselzone ging es auf die 90 Kilometer lange Radstrecke.

Hier konnte er seinen Rhythmus finden und seine geplante Leistung abrufen. Mit 2:30:40 Stunden zeigte er einen für die schwierigen Voraussetzungen starken Radsplit.

„Mit meiner Leistung auf dem Rad bin ich sehr zufrieden. Das lief für mich richtig gut“, erzählt er.

Nach weiteren 3:31 Minuten in der zweiten Wechselzone warteten noch 21,1 Kilometer Laufen.

Ein starker Halbmarathon von Marcel!

Und genau hier folgte die größte positive Überraschung des Tages: Marcel fand gut in den Lauf und absolvierte den Halbmarathon in 1:59:41 Stunden. Damit blieb er sogar unter der für ihn vor dem Rennen kaum erwarteten Marke von zwei Stunden. „Das Laufen war mein persönliches Highlight. Mit einer Zeit unter zwei Stunden hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet“, so sein frohes Resümee.

Nach insgesamt 5:24:39 Stunden überquerte Marcel die Ziellinie. „Dass ich zehn Wochen nach dem Schlüsselbeinbruch überhaupt am Start stehen und den Wettkampf so beenden konnte, macht mich besonders stolz.“

Zwei Athleten, zwei Geschichten – ein erfolgreicher Wettkampftag. Während Lucas Benten mit 4:58:43 Stunden die Fünf-Stunden-Marke knackte, stand für Marcel Häbel vor allem die Rückkehr nach einer schweren Verletzung im Mittelpunkt. Beide zeigten, wie unterschiedlich die Wege zu einem erfolgreichen IRONMAN 70.3 sein können.

Für Lucas war es ein sportlich überzeugender Wettkampftag mit einer Platzierung im vorderen Bereich. Für Marcel war es zehn Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch vor allem ein persönlicher Erfolg und ein besonderer Saisonhöhepunkt.

Fotos: sportograf.com

Die beiden Sportler aus dem Westerwald.