Was für eine Aufholjagd

Vom Westerwald auf den Prinzipalmarkt in Münster: Der „Sparkassen Münsterland Giro“ ist eine der größten Radsportveranstaltungen Deutschlands, und 2026 – im Jubiläumsjahr – ist mit Florian Zilz auch ein entschlossener „MANNschaftler“ mit von der Partie gewesen: Mit Formstärke und Motivation „im Gepäck“ sollte für Florian beim im Rahmen des westfälischen Klassikers ausgetragenen „LeezenCup – Cup der LBS“ alles rundlaufen – eigentlich.

Der Grund für die Zwangspause am Straßenrand…

Für Hobbysportler bietet der „Sparkassen Münsterland Giro“ die „LeezenCups“, die am Münsteraner Prinzipalmarkt beginnen und am Schlossplatz der westfälischen Friedensstadt enden. Florian Zilz aus der „MANNschaft“ hatte sich für die längste der drei möglichen Routen, die 125-Kilometer-Strecke mit rund 800 Höhenmetern, entschieden und ist um Viertel nach zehn am Morgen aus Startblock A des „LeezenCup – Cup der LBS“ losgefahren. Bei fast 20 Grad ist es ein wunderschöner Herbsttag mit perfekten Bedingungen gewesen.

Lange ist Florian – bei herrlichem Wetter durchs Münsterland – in der Spitzengruppe gefahren. Foto: Christoph Steinweg

Die anspruchsvolle Strecke führt unter anderem über Billerbeck, Darup und Coesfeld wieder zurück nach Münster und ist von vielen längeren Anstiegen geprägt. Florian konnte sich in der Spitzengruppe zunächst relativ weit vorne halten. Nach einem Sturz im Feld musste er eine Lücke zufahren, was ihm gut gelang. Bis Kilometer 56 lag sein Schnitt bei rund 42 km/h, und die meisten Höhenmeter waren geschafft.

Florian verlor 45 Minuten.

Doch dann der Rückschlag: Florians Rad hatte einen Platten, den er unterwegs nicht reparieren konnte! Rund 45 Minuten wartete der „MANNschaftler“ daraufhin am Streckenrand, hatte das Rennen innerlich schon abgehakt und rechnete fest damit, von dem Besenwagen aufgelesen werden zu müssen. Immerhin: Es wäre seine erste Fahrt darin gewesen… Seine komplette Verpflegung hatte Florian aufgrund dieser Annahmen schon an einen Mitfahrer verschenkt.

Doch es sollte anders kommen. Statt des Besenwagens traf ein Materialwagen des Dienstrad-Leasinganbieters „Lease a Bike“ – ein Partner des Rennens – ein, und dessen Besatzung machte Florians Rad wieder flott. Vor ihm lagen nun 60 Kilometer Einzelzeitfahren – dem Feld hinterher –, und das ohne Verpflegung. Florian brachte all seinen Kampfgeist auf und überholte sogar viele Mitstreiter. Schließlich fuhr er bis ins Ziel noch einen knappen 37-er Schnitt. Was für eine Aufholjagd!

Ohne die Reifenpanne wäre Florian wahrscheinlich mit der ersten Gruppe angekommen. So ist der technische Defekt zwar ärgerlich, aber Florians Form stimmt. Jetzt liegt sein Fokus vor allem auf dem renommierten „Flanders Legacy Gravel“ im belgischen Leuven am 18. Oktober.

Doch sein Blick geht auch immer noch zurück ins Münsterland – voller Dankbarkeit an das Serviceteam, das sein Rennen gerettet hat.

Die herrliche Kulisse des Prinzipalmarktes. Foto: Stadt Münster/Maren Kuiter