Team Radmarathon

CTF-Premiere für das Team Radmarathon

Autor: Daniel Stefes, Team Radmarathon
Die MANNschaft e.V. Verein zur Förderung des Ausdauersports

Am 25.03.2018 hieß es für Tobias und mich „ab ins Gelände“ bei unserer ersten Teilnahme an einer CTF (Country-Tourenfahrt). Bei strahlendem Sonnenschein aber frostigen minus 3 Grad ging es um 8:30 Uhr in Mülheim-Kärlich los. Schon nach wenigen Metern verließ die Strecke den Asphalt und führte über hartgefrorene Waldwege und Trails. Es stellte sich schnell heraus, dass die Route für unsere Cross-Räder eigentlich nicht geeignet war. Mit der Rennrad-Übersetzung waren einige steile Abschnitte nicht befahrbar und auch der Boden weichte bei steigenden Temperaturen zusehends auf. Auf dem immer schlammiger werdenden Untergrund sanken wir mit den
Cross-Reifen tief ein und kamen nur schwer voran. Für die anderen Teilnehmer auf ihren Mountainbikes waren wir wohl eher die Exoten, aber wir kämpften uns durch. Mit einer sehr guten Zeit erreichten wir nach 3:40 Stunden völlig verdreckt das Ziel, nach 60 Kilometern und über 1.200 Höhenmetern fast ausschließlich offroad.

Unsere erste CTF war eine interessante Abwechslung zum Rennrad, aber wir freuen uns doch auch wieder auf die Straße…

Saisoneröffnung Team Radmarathon in Neuwied

Autor: Daniel Stefes, Team Radmarathon
Die MANNschaft e.V. Verein zur Förderung des Ausdauersports

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Traditionell am zweiten Märzwochenende begann für das Team Radmarathon die Saison.
Marc und ich waren am 12.03.2018 beim RRC Neuwied am Start. In einer großen Schleife ging es von Neuwied zunächst immer an der Wied entlang. Über Waldbreitbach, Neustadt bis nach Oberlahr und von dort über Puderbach bis Selters. Bei Temperaturen zwischen 4 und 12 Grad war es zwar noch frisch, aber schon ganz gut zu fahren. Auf den letzten Kilometern nach Selters setzte dann leider leichter Regen ein. Zu allem Überfluss blies der Wind dann im Sayntal ordentlich von vorne, sodass wir auf der sonst so angenehmen Abfahrt ordentlich treten mussten. Nach einer letzten Welle erreichten wir nach 105 Kilometern und einem mittleren 27er Schnitt das Ziel in Neuwied.
Unser Fazit: ein pannenfreier und gelungener Auftakt ins Radjahr 2018!

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Drei Finisher beim Ötztaler Radmarathon

Autor: Daniel Stefes, Team Radmarathon
Die MANNschaft e.V. Verein zur Förderung des Ausdauersports

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Jedes Jahr im März steigt bei rund 20.000 Rennradfahrern die Aufregung, wenn die begehrten Startplätze des Ötztaler Radmarathons verlost werden. Marc, Tobias und ich waren als Team mit dabei und konnten tatsächlich drei der über 4.300 Startplätze ergattern. Raphael erklärte sich gerne bereit uns zu begleiten und vor Ort zu unterstützen.
Der Ötztaler Radmarathon ist einer der schwersten Radmarathons der Alpen. Auf einer Strecke von 238 Kilometern und 5.500 Höhenmetern werden von Sölden im Ötztal die Stubaier Alpen auf dem kürzesten asphaltierten Weg umrundet. Es gibt keine Möglichkeit abzukürzen oder auf eine leichtere Streckenvariante auszuweichen. Und genau das macht den besonderen Reiz aus. Alle Teilnehmer müssen die Strecke in 13:30 Stunden schaffen.
Wer nicht mehr kann oder an den Kontrollpunkten das Zeitlimit nicht einhält muss in einen der hinterherfahrenden Besenbusse steigen. Vier Alpenpässe sind zu bezwingen, das Kühtai
(17 Kilometer, 1220 Höhenmeter, 7% Steigung), der Brenner (38 Kilometer, 700 Höhenmeter, 2% Steigung), der Jaufenpass (15 Kilometer, 1.150 Höhenmeter, 7,6% Steigung) und zum Schluss das schwere Timmelsjoch (29 Kilometer, 1.800 Höhenmeter, 6,3% Steigung).
Wir reisten bereits am Donnerstag an, damit wir uns am Freitag das Profirennen PRO Ötztaler 5500 auf derselben Strecke anschauen konnten. Nachdem wir noch den Start in Sölden gesehen hatten, ging es per Seilbahn zum Wurmkogel mit kurzer Besteigung des Gipfels. Anschließend von Hochgurgl die letzten 400 Höhenmeter mit dem Rad hinauf zum Timmelsjoch, wo wir die Profis in der entscheidenden Rennphase anfeuerten.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Rennvorbereitung: kurze Runde zum Einrollen, Massage, Pastaparty, Fahrerbriefing und Wettervorhersage. Dabei allseits eine leicht angespannte und nervöse Atmosphäre – einfach einzigartig beim Ötztaler.
Sonntag dann Renntag: 5 Uhr aufstehen, Frühstück fällt mir so früh immer schwer, 6 Uhr am Start und die Feststellung, dass rund 3.000 Starter schon früher aufgestanden sind… Hauptsache das Wetter wird so gut wie vorhergesagt: zwischen 10 und 28 Grad, leichte Schauer und Gewitter vielleicht am Nachmittag. Um 6:45 Uhr fällt der Startschuss und langsam setzt sich das Feld in Bewegung. Um 6:50 Uhr rollen auch wir über Startlinie.
Mit einem Schnitt von knapp 50 km/h geht es die ersten 30 Kilometer immer leicht abwärts bis nach Oetz. Dort am Kreisverkehr scharf rechts sofort in die steilen Rampen des Kühtai, direkt über 10%. Es geht sehr eng zu und jeder versucht seinen Rhythmus zu finden. Auf den nächsten Kilometern hinauf zum Pass wird sich das Feld immer weiter auseinanderziehen.

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Das Rennen von Tobias:
Ich fahre den Kühtai bei besten Bedingungen ganz nach Puls und meinem Tempo. Marc ist ein paar Meter voraus. Auf der Passhöhe finden wir uns in dem ganzen Gewühle nicht und so starte ich allein in die steile und lange Abfahrt nach Innsbruck. Hier finde ich auch schnell eine große Gruppe, in der ich mich im Windschatten ganz gut auf den Brenner ziehen lassen kann. Hier treffe ich auch Marc, der aber schon wieder aufbricht als ich gerade ankomme. Ich bin gut in der Zeit und deutlich schneller als 2014. Auf den letzten Kilometern hinauf fühlte sich mein rechter Bremshebel etwas wackelig an, aber an der Servicestation auf dem Pass ist zu viel los – also weiter in die Abfahrt nach Sterzing. Mist, der Bremshebel wird immer lockerer! Im Anstieg zum Jaufenpass kann ich gerade noch einen mobilen Servicewagen erwischen. Einmal Lenkerband runter, Schrauben neu anziehen, provisorisch wieder aufwickeln – weiter geht’s. An der Labe unterhalb der Passhöhe verpflege ich mich nochmal richtig. Marc ist natürlich jetzt schon weiter vorne weg, aber ich bin trotz der 20 Minuten schneller als 2014. Nach der Abfahrt nach St. Leonhard geht es jetzt bei heißen 30 Grad in den letzten und härtesten Anstieg, das Timmelsjoch. Die ersten Kilometer sind heiß, steil und zäh. Immer wieder steile Rampen über 10%, dazu jetzt schon über 180 Kilometer und 3.500 Höhenmeter in den Beinen. Endlich komme ich an der letzten Labe in Schönau an. Die ersten Krämpfe kündigen sich an. Und zu allem Überfluss fängt es auf den letzten 10 steilen Kilometern hinauf zur Passhöhe auch noch wie aus Eimern zu regnen. Aber ich weiß, dass ich es heute schaffe. Die Zeit ist noch gut, und die letzten 800 Höhenmeter werden jetzt auch noch irgendwie gehen. Dann bin ich endlich oben. Auf der Abfahrt nach Sölden stellt sich noch ein letzter Gegenanstieg zur Mautstation in den Weg. Auf den 150 Höhenmetern kommt wieder ein Krampf und ich muss kurz aus dem Sattel. Als ich wieder aufsteige merke ich, dass die Nase an dem Cleat am linken Schuh gebrochen ist! Ich kann nur noch rechts vernünftig pedalieren. Aber auch egal! Die letzten Kilometer nach Sölden genieße ich und darf mich nach 12 Stunden und 17 Minuten zum zweiten Mal Finisher des Ötztalers nennen! Und das deutlich schneller als 2014!

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Das Rennen von Marc:
Das Kühtai ist unrhythmisch. Steile Rampen und etwas flachere Passagen wechseln sich ab. Tobias muss kurz hinter mir sein und so ziehe ich mein Tempo bis zum Pass durch. Unglaublich, wie viele Zuschauer uns Radfahrer hier oben anfeuern! An der Labe warte ich kurz auf Tobias, finde ihn aber nicht, einfach zu viel los. Also schnell ein paar Kraftkugeln rein und weiter in die Abfahrt. Mit an die 90 Sachen geht es nach Innsbruck und weiter in einer guten Gruppe zum Brenner. Alles läuft bestens, auch wenn ich schon ziemlich Respekt vor den noch kommenden Bergen habe. Auf dem Pass treffe ich kurz noch auf Tobias, will aber weiter. Nicht dass ich am Ende doch noch Probleme mit der Kontrollzeit bekomme…
Der Jaufenpass ist zäh und kostet mit durchgehend 7 % ziemlich Kraft. Endlich ist die Labe da und ich kann in die Abfahrt nach St. Leonhard wieder Gas geben. Hier gibt es aber so viele Kurven und Kehren, dass man immer beide Hände in der Nähe der Bremsen haben muss. Endlich unten geht es jetzt in den letzten Berg, das Timmelsjoch. Tobias ist laut Zeitnahme-App rund 9 Minuten hinter mir.
Jetzt nur nicht mehr einbrechen. Was für ein fieses Ding, gerade bei den heißen Temperaturen. Als ich endlich Schönau erreiche ist es auch höchste Zeit für neue Energie.
Die kommt aber auch von allein, denn jetzt weiß ich, dass es heute klappen wird.
Mit schweren und schmerzenden Beinen gehe ich die letzte steile Wand hinauf zum Pass an. 10 Kilometer, meist 10% und steiler. Dazu jetzt der heftige Regen. Dann auf einmal ein riesiger Regenbogen. Punkt 18 Uhr bin ich auf dem Timmelsjoch, nach 11 Stunden und 10 Minuten. Vielleicht geht es ja unter 12 Stunden heute? Auf regennasser Fahrbahn stürze ich mich buchstäblich in die Abfahrt. Der Gegenanstieg zur Mautstation tut nochmal weh, aber ich gebe alles und rolle nach 11 Stunden und 55 Minuten über die Ziellinie in Sölden – wo mich Raphael wie verabredet mit einem kalten Gösser erwartet! Stolz und glücklich macht es zisch…

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Mein Rennen:
Seit einem Jahr hatte ich so richtig Lust auf dieses Rennen. Irgendwann im Winter beim Rollentraining setzten sich dann die „11 Stunden“ in meinem Hinterkopf fest. Und so hatte ich mir von Beginn an einen Zeitplan zurechtgelegt, wie ich die 11 Stunden packen könnte. Mit kontrolliertem Puls ging es das Kühtai hoch.  Alles lief bestens, Wetter perfekt, Beine super.
So schnell wie möglich verpflegt und direkt in die Abfahrt nach Innsbruck. Jetzt nur bitte eine gute Gruppe finden, die mich mit über den flachen aber langen Pass zieht – dabei aber nur nicht den Fehler machen, zu viele Körner zu verbrennen – sonst würde es sich am Jaufen und Timmelsjoch rächen. Die erste Gruppe ließ ich ziehen, die zweite schien mir perfekt. Oben auf dem Brenner war ich 17 Minuten vor meiner geplanten Zeit und große Zuversicht machte sich breit. Ich nahm mir etwas mehr Zeit zum Essen, hatte nach der Abfahrt in Sterzing aber weiterhin 16 Minuten Vorsprung. Vor dem Jaufenpass hatte ich am meisten Respekt.
Sehr gleichmäßig bei guten 7 % geht es 15 Kilometer bergauf. Bereits auf den ersten Metern lief es irgendwie nicht mehr so rund wie erhofft und der Berg zog sich ewig. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam die Labe in Sicht, aber die letzten Meter zogen sich weiter wie Kaugummi. Endlich Energie tanken! Die Hälfte meines Vorsprungs war dahin und das Timmelsjoch lag noch vor mir. Die Abfahrt ist sehr kurvig und gefährlich. Volles Vertrauen ins Material und die Bremsen ist hier nötig! In St. Leonhard dann 30 Grad und in praller Sonne in den Anstieg. Minute um Minute sah ich den schönen Vorsprung schmelzen. War ich doch zu schnell angegangen? Kurze Pause, ein Gel, etwas fahren, Pause, etwas trinken…. endlich in Schönau! Auf den letzten 1000 Höhenmetern hatte ich aus 15 Minuten Vorsprung 5 Minuten Rückstand gemacht. An der Labe schnell eine Suppe und etwas Kuchen, dann weiter. Autsch, kurz nach dem Aufsteigen Krämpfe in beiden Oberschenkeln. Hier ist es zum Glück etwas flacher, sodass ich mit schnellem Kurbeln die Krämpfe wieder wegbekam. Nach und nach ging es aber jetzt wieder besser, sodass ich in den nächsten Kehren anfing zu rechnen… vielleicht könnte es doch noch klappen mit den 11 Stunden. Endlich der Tunnel und das flache Stück zur Passhöhe, nur 3 Minuten hinter der Planzeit! Aber jetzt volle Kanne Regen von vorne! Nach wenigen Metern pudelnass in die Abfahrt. Der Gegenanstieg mit schmerzenden Beinen geht aber noch irgendwie. Weit unten im Tal wird Sölden von der Sonne beschienen und ich fahre hier im Regen! Die letzten Flachstücke nochmal alles was noch geht Richtung Ziel. Die letzten Kilometer bringen dann Gewissheit, es wird reichen! Mit breitem Grinsen durch Sölden, die vielen Zuschauer und bei Sonne unter den Zielbogen! 10 Stunden und 49 Minuten stehen auf der Uhr! Geil!

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Der Tag von Raphael:
Sonntag Morgen, der Wecker klingelt viel zu früh aber jetzt heißt es aufstehen, um rechtzeitig beim Start des sagenumwobenen Ötztaler Radmarathon zu sein.
Während die anderen unter einer gewissen Anspannung das Frühstück einnehmen kann ich ganz entspannt in den Tag starten, ich fahre das Rennen nicht mit, mir war bewusst, dass ich die Trainingskilometer in diesem Jahr nicht aufbringen kann, dennoch wollte ich bei diesem Radspektakel dabei sein.
Nachdem die drei gestartet sind hab ich meine Alternativroute, den Ötztaler Minithon gestartet. Zuerst ging es in das Bergsteigerdorf Vent mit relativ leichtem Anstieg über
600 Höhenmeter. Entlang der Venter Ache an einigen kleinen Wasserfällen vorbei ging es dann den gleichen Weg wieder zurück, um dann den eigentlichen Anstieg anzugehen, den Rettenbachferner. Bei mittlerweile gestiegenen Temperaturen und durchgehend 10-18 % Steigung schraubte ich mich langsam dem Ziel, dem Rettenbachferner entgegen.
Nach einem langen dunklen Tunnel durchs Gebirge kam ich endlich auf der anderen Seite des Berges auf circa 2.830 Metern Höhe am Tiefenbachferner an, nur leider war vom Gletscher weniger zu sehen als ich erwartet hatte. Nach einer kurzen Pause fuhr ich bei leichtem Schneeregen los um rechtzeitig zum Zieleinlauf der ersten Radfahrer wieder in Sölden zu sein. Nach insgesamt 2.200 Höhenmetern und 62 Kilometern kam ich dann bei sommerlichen Temperaturen an und konnte später Daniel, Marc und Tobias im Ziel empfangen. Ein schöner Tag.

Fazit:
Der Ötztaler ist einfach einzigartig: perfekt organisiert, extrem anspruchsvoll, tut richtig weh, macht aber noch mehr Spaß. Zu viert haben wir ein tolles Radspektakel erlebt. Jetzt lassen wir es wohl die nächsten Wochen auf dem Rad etwas ruhiger angehen.

24 Stunden Rad am Ring

Autor: Marc Voigt, Team Radmarathon
Die MANNschaft e.V. Verein zur Förderung des Ausdauersports

Am Wochenende vom 28.-30.07.2017 stand das erste von zwei Saisonhighlights für das Team Radmarathon an. Die Fahrer Daniel, Marc, Tobias und Raphael gingen als 4er-Team beim
24-Stunden-Rennen am Nürburgring an den Start.
Wir reisten bereits Freitagnachmittag an, um unser Lager für die nächsten 2 Nächte aufzuschlagen. Zudem konnten wir den Freitag noch nutzen, um neben dem Aufbau auch noch das Expo-Gelände mit diversen Ausstellern zu erkunden und den Start des
22 Kilometer Zeitfahrens zu schauen. Bevor es zum gemütlichen Teil des Abends überging, drehten wir auch noch eine Runde mit unseren Rädern über die Grand Prix-Strecke, um schonmal etwas von der Stimmung dieses Events einzufangen. Im Anschluss ließen wir den Abend mit frisch Gegrilltem und dem ein oder anderen Eifelchampagner ausklingen.  
Nach einer kurzen Nacht im Zelt machten wir uns am nächsten Morgen daran unsere Räder vorzubereiten, bevor Marc sich als erster Fahrer auf den Weg in die Startaufstellung machen musste. Um 12:22 Uhr ging es dann auf die erste Runde von knapp 26 Kilometern über die Nürburgring Grand-Prix-Strecke und die legendäre Nordschleife. Der Vorsatz die erste Runde locker angehen zu lassen war schnell vergessen und jeden packte der Ehrgeiz, das gesteckte Ziel von einer Platzierung im guten Mittelfeld noch zu übertreffen. Nach jeder Runde wurde gewechselt, um durchgehend Rundenzeiten von teilweise deutlich unter der 1h-Grenze zu fahren, was bei fast 600 zu bewältigenden Höhenmetern auf einer Runde schon ordentlich an den Kräften zehrte.  
In der Nacht änderten wir unserer Taktik und wechselten auf Doppelrunden, damit sich jeder etwas länger erholen konnte und mit etwas Glück sogar mal ein Auge zu machen konnte. Etwas zahlte sich diese Taktik aus, denn wir konnten uns auch über die Nacht stetig weiter nach vorne kämpfen in unserem Feld und somit waren wir am frühen Vormittag bereits auf Platz 210 von 616 Teams. Ein Platz im ersten Drittel war somit noch drin für uns. Somit gaben die beiden letzten Fahrer Raphael und Daniel in den letzten Runden noch einmal alles und am Ende konnten wir uns über Platz 199 in der Gesamtwertung und den 71. Platz in unserer Altersklasse freuen. Eine sehr schöne Belohnung für die Anstrengungen der vorangegangenen 24 Stunden.
Nach der Zieldurchfahrt hieß es dann nur noch gemeinsam abbauen um die Heimreise anzutreten und den Rest des Sonntags für die Regeneration zu nutzen. Allerdings stand bei allen Fahrern schon sehr schnell die Entscheidung fest nächstes Jahr wieder bei diesem Event an den Start zu gehen.

 

 

Alpenmarathon Premiere für Maik und Bernd

Autor: Bernhard Schüßler
Die MANNschaft e.V. Verein zur Förderung des Ausdauersports

Für ihre Alpenmarathon Premiere hatten sich am vergangenen Wochenende die beiden Triathleten Maik Wahler und Bernhard Schüßler den Tannheimer Tal Radmarathon ausgesucht. Eine weniger bekannte Veranstaltung in der Alpenregion, bei der 3 verschiedene Streckenlängen, 85 Kilometer, 130 Kilometer und 230 Kilometer angeboten wurden.

Die anspruchsvolle Marathonstrecke führte über insgesamt 230 Kilometer und ca. 3500 Höhenmeter von Tannheim aus ins benachbarte Allgäu, Oberjoch, Jungholz, Immenstadt, Sonthofen. Anschließend über die höchste Passstraße Deutschlands, dem Riedbergpass. Ein äußerst schwerer Anstieg mit Steigungsraden von 16 % über mehrere Kilometer. Dem folgte eine rasende Abfahrt in den Bregenzerwald, bevor die lange Steigung, 1000 Höhenmeter,  auf den Hochtannberg in Angriff genommen werden musste. Bei Warth, ca. Kilometer 150,  erreichte man dann den Lech. Diesem folgte man für fast 50 Kilometer bis Weisenbach a.d. Lech zum letzten Anstieg, der Gaichtpass, über Nesselwängle hoch nach Tannheim mit Ziel am Tenniscenter.
 
„Als Neuling auf einer solch profilierten Strecke war es für mich etwas schwierig welches Tempo wir einschlagen sollten und so reihten wir uns im Mittelfeld der 1100 Starter ein. In dem Pulk von Rennradfahrern versuchten wir dann auf den ersten Kilometer einfach mitzuschwimmen. So ging es über die ersten Hügel am Oberjoch und Jungholz recht flott, was richtig Spaß machte. Nach der ersten Rennstunde hatten wir bereits 32 Kilometer mit 450 Höhenmetern zurückgelegt. Allerdings setzte bereits in Jungholz der Regen ein, der uns die nächsten beiden Rennstunden ärgern sollte. Es war äußerste Vorsicht auf den schmalen Abfahrten auf den Wirtschaftswegen im Allgäu angesagt. Nach dem Riedbergpass, der gerade zu Beginn für 4 Kilometer mit 16% richtig fies war, hörte es dann gottlob auf. Die Abfahrten wurden dann wesentlich einfacher. Der Hochtannbergpass folgte im Anschluss mit fast 1000 Höhenmetern. Eine etwas härtere Aufgabe als das, was bis dahin hinter uns lag. Bei Kilometer 150 war aber auch diese Herausforderung geschafft und wir erreichten das Lechtal. Das war dann wieder mein Terrain: Flach oder leicht bergab für die kommenden 50 Kilometer. Unterlenker, Trittfrequenz erhöht und mit 35-40 Km/h über den Asphalt "fliegen". Teilweise hatten wir 15 Fahrer im Schlepptau! Bei Kilometer 200 folgte ein letzter harter Test, der Gaichtpass. An seinem Ende gelangt man wieder ins Tannheimer Tal. Die anfänglich geschätzten 10 Stunden hatten wir am Ende deutlich mit 9:08 Stunden unterboten und waren hoch zufrieden im Ziel. Super Organisation, 1A Verpflegung, erschwingliches Startgeld von
65 €, wunderschöne Strecke. Eine wahre Alternative zum Ozi!"
So Bernd nach dem Rennen.

„Für mich war es eine doppelte Premiere, das erste „Radrennen“ und dann auch noch ein Marathon. Die 200 Kilometer-Marke hatte ich bis dahin noch nicht geknackt. Gut, dass ich mit Bernd einen erfahrenen Radfahrer an meiner Seite hatte (der auf jedem Pass auf mich gewartet hat, vielen Dank noch einmal). Der Riedbergpass war ein echter Kniebrecher, aber als der Hochtannbergpass nach endlosen Kehren geschafft war, wurde es zur Gewissheit, dass ich den Marathon auf jeden Fall „finishen“ würde. Im Ziel war ich dann überglücklich, gesund und (einigermaßen) munter angekommen zu sein. Das war sicher nicht die letzte Veranstaltung dieser Art, an der ich teilnehmen werde.“
So Maik nach dem Rennen.

Zillertal Bike Challenge

Autor: Marc Voigt, Team Radmarathon
Die MANNschaft e.V. Verein zur Förderung des Ausdauersports

Am Wochenende vom 30.06. bis zum 02.07. stand für mich mein persönliches Mountainbike- Highlight für die Saison 2017 an. Die Zillertal Bike Challenge, welche als 3-tägiges Etappenrennen ausgetragen wird und einem mit insgesamt 190 Kilometern, 9.100 Höhenmetern und Steigungen von bis zu 35% alles abverlangt.
Ich reiste bereits am Donnerstag, den 29.06. an, um mich zu akkreditieren und am Riders Meeting teilzunehmen, wo nochmal auf besondere Gefahrenstellen und Hinweise während des Rennens eingegangen wurde. Bei der anschließenden Pasta-Party ließ ich dann den ersten Abend ausklingen und konnte mit vielen Gleichgesinnten etwas über das bevorstehende Rennen fachsimpeln.

Am nächsten Morgen war es dann soweit, die erste Etappe stand an mit Ihren 68 Kilometern und 3.042 Höhenmetern. Bei einem wirklich sehr schönen Alpenpanorama kämpfte ich mich so die Anstiege von Fügen aus die Berge hoch und über Singletrails wieder runter, um nach einer Zeit von knapp 6 Stunden das Ziel in Zell am Ziller zu erreichen.
Am zweiten Tag wurde in Zell am Ziller gestartet. Allerdings wurde kurzfristig bekanntgegeben dass in der Kategorie King/Queen of the Mountain nicht die Distanz von 69 Kilometern und
2.994 Höhenmetern gefahren wird, sondern eine verkürzte Variante aufgrund der Witterung.
Ich hätte nie erwartet, dass ich Anfang Juli mal ein Rennen bestreite, wo Teile der Strecke wegen Schneefall gesperrt werden. Allerdings hatte es die verkürzte Variante mit Ihren 58 Kilometern und gut 2.500 Höhenmetern auch in sich, da wir das steilste Stück der Etappe mit 28% zweimal fahren mussten. Hier machten sich auch die Anstrengungen des Vortags bemerkbar und ich war mehr als froh, nach gut 5 Stunden das Ziel in Mayrhofen zu erreichen.
Am letzten Tag ging es dann an die Königsetappe. 3.090 Höhenmeter verteilt auf nur knapp
50 Kilometer. Beim Start in Mayrhofen stand daher auch jedem Teilnehmer die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Meine Taktik war es, zunächst etwas Kräfte zu sparen und genug Reserven für die letzten Kilometer zu haben. Dies sollte sich auszahlen, da ich wirklich bis ans äußerste beim Zielsprint zur Bergstation am Hintertuxer Gletscher auf 2.660 Metern Höhe gehen musste. Nach knapp 5 Stunden fiel dann auch alle Anspannung von mir ab und ich war mehr als glücklich diese (Tor-)Tour geschafft zu haben und mich bei -1 Grad unter eine warme Dusche zu begeben können.
Auf der letzten Etappe hatte ich mir auch geschworen nie wieder ein solches Rennen zu fahren. Aber jeder weiß ja bekanntlich, wie lang man solche Vorsätze durchhält ;-)

Das nächste Etappenrennen kommt bestimmt!

RTF Rodenkirchen: etwas Regen und ganz viel Wind!

Autor: Daniel Stefes, Team Radmarathon
Die MANNschaft e.V. Verein zur Förderung des Ausdauersports

Am Sonntag, 25.06., starteten Marc Voigt und ich bei der RTF des RTC Rodenkirchen. Nach 2011 und 2016 war es unser dritter Start bei dieser anspruchsvollen Tour von Köln in die Eifel.

Pünktlich um 07:00 Uhr ging es bei trockenen aber sehr windigen Bedingungen in Köln los. Nach etwa 10 Kilometern stop and go hatten wir die Hauptstraßen und Ampeln der hinter uns und auf den nächsten rund 60 Kilometern den extrem starken Wind zum Gegner.

Im Mittelteil der Strecke sammelten wir zwischen den Tälern und Höhen der Eifel über 1.500 Höhenmeter und wurden kurz vor der dritten Kontrollstelle von einem heftigen Regenschauer überrascht. Völlig durchnässt legten wir an der Verpflegung eine Pause ein, bevor es dann auf die letzten 60 Kilometer zurück zum Ziel ging. Jetzt kam sogar die Sonne etwas zum Vorschein und bei teilweise heftigem Gegenwind trockneten die Radklamotten wieder schnell. Auf den letzten Kilometern genossen wir dann den verdienten Rückenwind und waren nach 151 Kilometern und 5:40 Stunden Fahrzeit im Ziel in Rodenkirchen.

Für Marc war die RTF der letzte Test vor der Zillertal Bike Challenge am kommenden Wochenende und für mich die letzte Veranstaltung vor den 24 Stunden am Nürburgring Ende Juli.